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Mikroinstabilität der Schulter

Englisch: microinstability of the shoulder, AIOS

1. Definition

Als Mikroinstabilität der Schulter wird eine pathologische Beweglichkeit (Hyperlaxizität) des Schultergelenks bezeichnet, die in einer Bewegungsrichtung oder bei Rotation besteht, ohne dass eine Luxation vorliegt.

2. Terminologie

Die Bezeichnung "Mikroinstabilität der Schulter" wird in der Literatur widersprüchlich beschrieben. Häufig wird sie als Vorstufe der inneren Schulterimpingements angesehen. Teilweise werden alle SLAP-Läsionen und Risse des Bizepsankers dazu gezählt. Weiterhin wird der Begriff als Synonym zu SLAC-Läsionen und Verletzungen des Ligamentum glenohumerale superius und medium aufgefasst.

Die Mikroinstabilität wird auch als AIOS bezeichnet. Das Akronym steht für:

  • acquired, often in overhead throwing athletes (erworben, oft bei Wurfsportarten)
  • (micro)instability on examination (Mikroinstabilität bei körperlicher Untersuchung)
  • overstress etiology (chronische Überlastung als Ursache)
  • surgery is treatment of choice (chirurgische Behandlung)

3. Epidemiologie

In der Regel tritt eine Mikroinstabilität bei jungen Erwachsenen auf. Männer sind häufiger betroffen.

4. Ätiopathogenese

Die Mikroinstabilität beruht auf einer Verletzung in der oberen Hälfte des Schultergelenks, d.h. im superioren Labrum glenoidale, im Rotatorenintervall oder im Ligamentum glenohumerale medium (MGHL). Ursächlich ist eine chronische Überlastung der vorderen Gelenkkapsel durch Überkopf- und Wurfsportarten (z.B. bei Volleyball oder Schwimmen). Auch ein akutes Trauma kann zu einer Mikroinstabilität führen.

5. Begleitverletzungen

Assoziierte Begleitveletzungen sind:

6. Diagnostik

Die Mikroinstabilität der Schulter ist eine klinische Diagnose, die auf Schulterschmerzen und dem Gefühl der Überweglichkeit beruht. Bei der körperlichen Untersuchung findet sich keine objektivierbare Instabilität.

6.1. Bildgebung

In der MRT der Schulter kann ein Riss im anterosuperioren Labrum auffallen. In Kombination mit einer gelenkseitigen Partialruptur der anterioren Supraspinatussehne spricht man von einer SLAC-Läsion. Gleichzeitig kann ein Ödem im angrenzenden Rotatorenintervall vorliegen. Bei Ruptur der labralen Anheftung von MGHL oder SGHL zeigt sich ein hohes PDw-Signal.

Sensitiver ist die MR-Arthrographie: Das hohe Signal des intraartikulär applizierten Kontrastmittels dehnt sich in die Labrumläsion und labrale Anheftung von MGHL oder SGHL aus.

7. Differenzialdiagnosen

8. Therapie

Die Mikroinstabilität der Schulter kann durch physikalische Therapie und Beendigung des Auslösers behoben werden. Bei anhaltenden Symptomen kommt ein Débridement des Labrums oder eine Reparatur der anterosuperioren Gelenkkapsel und des Rotatorenintervalls in Frage.

9. Literatur

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