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Merkel-Zelle

nach Friedrich Sigmund Merkel (1845–1919), deutscher Anatom
Synonyme: Epitheliocytus tactilis, Merkel-Körperchen
Englisch: Merkel cell, sensory epithelial cell

1 Definition

Merkel-Zellen sind langsam adaptierende Mechanorezeptoren der Haut. Sie dienen der Detektion von Druck und sind verantwortlich für die Tastempfindung. Den Komplex aus Merkel-Zelle und der unter ihr befindlichen Nervenendplatte nennt man Merkel-Scheibe.

2 Histologie

Die Merkel-Zellen sind sehr flache, granulierte Zellen, die sich im Stratum basale oder Stratum spinosum der Epidermis befinden und sehr große Zellkerne besitzen. Ihre Fortsätze ziehen zwischen benachbarte Zellen der Epidermis. Man findet sie vor allem in der Epidermis der Handinnenfläche, in der Fußsohle und in Haarscheiden. In der behaarten Haut lagern sich die Merkel-Zellen zu so genannten Merkel-Tastscheiben zusammen.

Ein weiteres typisches Merkmal der Merkel-Zellen sind neurosekretorische Granula. Ihre genaue Funktion als Teil des diffusen neuroendokrinen Systems ist nicht abschließend geklärt und wird kontrovers diskutiert.

3 Physiologie

Die Merkel-Zellen sind Intensitätsdetektoren. Sie nehmen Druck wahr, der senkrecht auf die Haut wirkt und länger anhält. Da sie sehr langsam adaptieren, werden sie auch als SA-I-Sensoren bezeichnet. Sowohl die Stärke des Druckes als auch die Geschwindigkeit, mit der sich der Druck ändert, bestimmen die Frequenz ihres Aktionspotenzials. Aus diesem Grund sind sie PD-Sensoren.

4 Klinik

Von den Merkel-Zellen können die seltenen Merkelzellkarzinome der Haut ausgehen.

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