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Lungenvenenfehlmündung

Synonym: Lungenvenenfehleinmündung

1 Definition

Bei der Lungenvenenfehlmündung kommt es zu einem Transport des sauerstoffangereicherten Blutes in den rechten Vorhof durch die Lungenvenen. Physiologisch wäre eine Einmündung in den linken Vorhof, von wo das oxygenierte Blut dann durch die Aorta in den Körperkreislauf ausgeworfen wird. Man unterscheidet drei Formen von Lungenvenenfehlmündungen:

2 Totale Lungenvenenfehlmündung

Bei diesem Phänomen sind alle vier Lungenvenen an den rechten Kreislauf angeschlossen. In diesem Fall liegt also demnach eine komplette Fehlmündung der Lungenvenen vor. Es erfolgt eine Einmündung in

3 Partielle Lungenvenenfehlmündung

In diesem Fall mündet nur ein Teil der Lungenvenen falsch und es ist nur ein Lungenflügel von dieser Anormalität betroffen. Dabei ist die rechte Lunge mit ihren Lungenvenen doppelt so häufig betroffen, wie die linke. Mögliche Einmündungsziele sind hier:

  • die obere Hohlvene
  • seltener die untere Hohlvene
  • der rechte Vorhof

Sehr häufig liegt gleichzeitig ein Atriumseptumdefekt (ASD) vor. Durch die teilweise falsche Einmündung kommt es zu einer stärkeren Volumenbelastung des rechten Herzens mit möglicher Hypertrophie als Langzeitfolge. Es kommt zu einer deutlichen Mehrdurchblutung der Lunge.

4 Das Scimitar-Syndrom

  • extrem selten
  • die Lungenvenen der rechten Lunge münden in ein Blutsammelgefäß. Dieses Sammelgefäß zieht zur untern Hohlvene und mündet in topographischer Nähe zum Zwerchfell in die Vene
  • das Blutsammelgefäß ist im Röntgenbild zu erkennen und ähnelt von der Gestalt her einem türkischem Schwert (ein Scimitar)
  • bei diesem Krankheitsbild kommt es häufig zu einer Rechtsverlagerung des Herzens, sowie zu einer Unterentwicklung von einem Teil der Lunge und der Bronchien
  • die hohe Blutzufuhr zum rechten Herzen zieht als Folge eine starke Belastung für das Gewebe mit sich und kann langfristig zu einer Rechtsherzhypertrophie führen
  • die enorme Blutzufuhr und die damit verbundene Belastung der Lunge macht sie anfälliger für Infektionen und die Gefahr für die Ausprägung einer pulmonalen Hypertonie ist signifikant erhöht

5 Diagnose

6 Therapie

6.1 Totale Lungenvenenfehlmündung

6.2 Partielle Lungenvenenfehlmündung

  • operative Umleitung des Lungenblutes in den linken Vorhof durch einen Patch
  • Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine

6.3 Scimitar-Syndrom

  • operative Umleitung des Blutes aus der Scimitar-Vene (Sammelgefäß) in den linken Vorhof durch die Patch-Technik

7 Ergebnisse

Die Patienten können in der Regel nach einer erfolgreichen OP ein normales Leben führen und sind normal belastbar. Eine lebenslange kardiologische Untersuchung und eine fortlaufende Endokarditisprophylaxe sind angezeigt.

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