JAK2-V617F-Mutation
Synonym: JAK2-V617F-Punktmutation
Definition
Die JAK2-V617F-Mutation ist eine somatische Punktmutation im Gen der Januskinase 2 (JAK2), bei der es zu einem Aminosäureaustausch von Valin zu Phenylalanin an Position 617 der Tyrosinkinase kommt. Sie führt zu einer konstitutiven Aktivierung von JAK2 und damit zu einer ligandenunabhängigen Daueraktivierung des JAK-STAT-Signalwegs.
Pathophysiologie
Durch die Mutation entfällt die autoinhibitorische Funktion der Pseudokinase-Domäne von JAK2. Das führt zu einer dauerhaft gesteigerten Proliferation hämatopoetischer Stamm- und Vorläuferzellen. Die Mutation begünstigt eine klonale Expansion myeloischer Zellreihen.
Diagnostik
Der Nachweis erfolgt molekulargenetisch, meist mittels PCR-basierter Verfahren aus peripherem Blut oder Knochenmark. Bei negativem Befund und klinischem Verdacht auf Polycythaemia vera sollte zusätzlich eine Untersuchung auf JAK2-Exon-12-Mutationen erfolgen.
Klinische Bedeutung
Die JAK2-V617F-Mutation ist charakteristisch für myeloproliferative Neoplasien und findet sich bei etwa 95 % der Patienten mit Polycythaemia vera sowie bei rund 50–60 % der Patienten mit essentieller Thrombozythämie oder primärer Myelofibrose. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Diagnostik und Klassifikation dieser Erkrankungen.
Der Nachweis der JAK2-V617F-Mutation hat prognostische Bedeutung und ist Voraussetzung für den Einsatz von JAK-Inhibitoren bei bestimmten myeloproliferativen Neoplasien.