JAK2-Exon-12-Mutation
Definition
Die JAK2-Exon-12-Mutation bezeichnet eine Gruppe somatischer Mutationen im Exon 12 des Gen für die Januskinase 2 (JAK2). Sie führen zu einer konstitutiven Aktivierung der Tyrosinkinase und damit zu einer ligandunabhängigen Aktivierung des JAK-STAT-Signalwegs.
Pathophysiologie
Die Mutationen betreffen die regulatorische Region zwischen der SH2-ähnlichen und der Pseudokinase-Domäne von JAK2. Dadurch kommt es zu einer Aufhebung der autoinhibitorischen Kontrolle der Kinaseaktivität. In der Folge wird eine gesteigerte Proliferation hämatopoetischer Stamm- und Vorläuferzellen in Gang gesetzt, insbesondere der erythroiden Zellreihe.
Diagnostik
Der Nachweis erfolgt mittels molekulargenetischer Untersuchungsverfahren, meist PCR-basiert, aus peripherem Blut oder Knochenmark. Bei klinischem Verdacht auf Polycythaemia vera und fehlendem Nachweis einer JAK2-V617F-Mutation sollte auch eine Analyse des JAK2-Exon-12 durchgeführt werden.
Klinische Bedeutung
JAK2-Exon-12-Mutationen finden sich vor allem bei Patienten mit Polycythaemia vera, insbesondere bei JAK2-V617F-negativen Fällen. Sie sind typischerweise mit einer isoliert oder überwiegend ausgeprägten Erythrozytose assoziiert, während Leuko- und Thrombozyten häufig nur gering oder nicht erhöht sind.
Der Nachweis einer JAK2-Exon-12-Mutation bestätigt die klonale Genese der Erkrankung und ist diagnostisch richtungsweisend.