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Insulinom (Katze)

Synonym: Inselzelltumor
Englisch: insulinoma

1 Definition

Als Insulinom bezeichnet man bei der Katze sehr selten auftretende Tumore der Betazellen des Pankreas.

2 Vorkommen

Diese Tumorart kommt bei der Katze äußerst selten vor. Betroffene Tiere sind meist über 10 Jahre alt.

3 Ätiopathogenese

Insulinome sind in der Regel maligne Tumoren, die in regionäre Lymphknoten, Leber und weitere Organe metastasieren können.

Es handelt sich um Neoplasien der Betazellen des Pankreas, die vermehrt Insulin produzieren und so eine Hypoglykämie auslösen. Die Sekretion von Insulin erfolgt autonom, also unabhängig vom derzeitigen Blutglukosespiegel. Insbesondere das zentrale Nervensystem, das Nierenmark, die Erythrozyten und das Knochenmark reagieren sensibel auf einen Glukoseabfall, da sie auf eine kontinuierliche Glukosezufuhr angewiesen sind. Zu Beginn erfolgt durch eine Sekretion von Insulinantagonisten (Glukagon, Cortisol, Epinephrin und Somatostatin) eine Gegenregulierung. Mit Fortschreiten der vermehrten Insulinausschüttung kommt es jedoch zum Sistieren der Gegenregulation.

4 Klinik

Die klinischen Anzeichen können je nach Schweregrad der Hypoglykämie von mild bis lebensbedrohlich variieren:

5 Diagnostik

Mittels labordiagnostischer Untersuchungen kann in der Regel eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Charakteristisch sind eine Hypoglykämie und ein erhöhter Insulinwert. In einigen Fällen ist es zudem möglich, mittels Ultraschall eine Neoplasie im Pankreas darzustellen.

Zusätzlich sollten weitere Differentialdiagnosen für eine Hypoglykämie (z.B. extrapankreatischer Tumor) ausgeschlossen werden.

6 Therapie

Die Therapie der Wahl besteht in der operativen Entfernung des Tumors. Mithilfe von 5%igen Glukoseinfusionen während und nach der Operation kann eine Hypoglykämie vermieden werden.

Bei inoperablen Tumoren können zunächst Glukokortikoide (z.B. Prednisolon) als Insulinantagonisten eingesetzt werden. Alternativ ist eine Verabreichung von Antihypoglykämika (z.B. Glukagon oder Diazoxid) möglich. Diese Wirkstoffe führen zu einer Steigerung der Glukoneogenese und der Glykogenolyse.

7 Prognose

Die Prognose gilt als unsicher, da es sich in der Regel um maligne Tumoren handelt.

8 Quellen

  • Hämmerling R (Hrgs.). 2009. Praxis der endokrinologischen Krankheitsbilder bei Hund und Katze. Von der Pathophysiologie zur Therapie. Stuttgart: MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4181-6
  • Lutz H, Kohn B, Forterre F (Hrsg.). 2019. Krankheiten der Katze. 6., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG. ISBN: 978-3-13-241649-9

Diese Seite wurde zuletzt am 22. November 2021 um 19:46 Uhr bearbeitet.

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