Impact of Event Scale – Revised
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
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Definition
Die Impact of Event Scale – Revised, kurz IES-R, ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung posttraumatischer Belastungsreaktionen bei Erwachsenen. Sie erfasst die drei zentralen Symptomcluster der PTBS – Intrusion, Vermeidung und Hyperarousal – und zählt zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Verfahren in der Traumadiagnostik.
Hintergrund
Die originale IES von Horowitz, Wilner & Alvarez aus 1979 erfasste ausschließlich Intrusion und Vermeidung – die beiden Kerndimensionen aus Horowitz' Modell der traumatischen Stressverarbeitung.[1] Mit Einführung des DSM-IV in 1994 rückte Hyperarousal als dritter Symptomcluster der PTBS in den Fokus, den die originale Skala nicht abbildete. Weiss und Marmar erweiterten das Instrument daher um sieben neue Items: sechs zur Hyperarousal-Symptomatik sowie ein zusätzliches Intrusions-Item, das Flashback-Erleben gezielt erfasst. Die Gesamtitemzahl stieg damit von 15 auf 22. Die deutsche Adaptation von Maercker und Schützwohl aus 1998 validierte das Verfahren an zwei deutschen Traumastichproben und ergänzte eine eigene Auswertungsformel.[2]
Aufbau und Durchführung
Die 22 Items verteilen sich auf drei Subskalen:
| Subskala | Items | Inhalt |
|---|---|---|
| Intrusion | 8 | Aufdringliche Erinnerungen, Bilder, Träume, Flashbacks |
| Vermeidung | 8 | Distanzierung von traumabezogenen Reizen, emotionale Taubheit |
| Hyperarousal | 6 | Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Hypervigilanz |
Die Befragten schätzen auf einer mehrstufigen Skala ein, wie belastend die beschriebenen Reaktionen in den vergangenen sieben Tagen – bezogen auf ein konkret benanntes Ereignis – waren. Die Bearbeitungszeit liegt bei etwa 5–10 Minuten.
Der Fragebogen samt Auswertungsschema steht auf der Website der Universität Zürich zum Download bereit.
Auswertung
Die deutsche Version verzichtet bewusst auf einen Gesamtscore, da ein einzelner Summenwert unterschiedliche Symptomprofile nicht trennscharf abbildet. Stattdessen erlaubt eine Regressionsformel auf Basis der drei Subskalenwerte eine Einschätzung der Diagnosewahrscheinlichkeit; Sensitivität und Spezifität wurden an zwei unabhängigen Traumastichproben kreuzvalidiert.
Gütekriterien
Die interne Konsistenz ist für alle drei Subskalen gut bis sehr gut belegt.[3][4] Die Faktorenstruktur ist weniger einheitlich: Während einige Stichproben die Drei-Faktoren-Lösung stützen, sprechen andere – insbesondere bei klinisch homogenen oder gering belasteten Gruppen – eher für eine ein- oder zweifaktorielle Struktur.[4] Konvergente und diskriminante Validität gegenüber strukturierten klinischen Interviews sind nachgewiesen[2] und das Instrument eignet sich für Verlaufsmessungen im Therapiekontext.
Limitationen
- Screeninginstrument, kein Diagnoseverfahren – ersetzt kein strukturiertes klinisches Interview
- DSM-5-Cluster (negative kognitive Veränderungen, anhaltend negativer Affekt) nicht abgedeckt
- Setzt ein konkret benennbares Indexereignis voraus
- Bei komplexen oder länger zurückliegenden Traumatisierungen eingeschränkte Aussagekraft.
Literatur
- Maercker, A. (o. J.). Impact of Event Scale – revidierte Form (IES-R): Testbeschreibung. Universität Zürich.
Quellen
- ↑ Horowitz, M., Wilner, N., & Alvarez, W. (1979). Impact of Event Scale: a measure of subjective stress. Psychosomatic medicine, 41(3), 209–218.
- ↑ 2,0 2,1 Maercker, A., & Schützwohl, M. (1998). Erfassung von psychischen Belastungsfolgen: Die Impact of Event Skala-revidierte Version (IES-R) [Assessment of post-traumatic stress reactions: The Impact of Event Scale-Revised (IES-R)]. Diagnostica, 44(3), 130–141.
- ↑ Weiss, D. S., & Marmar, C. R. (1997). The Impact of Event Scale—Revised. In J. P. Wilson & T. M. Keane (Eds.), Assessing psychological trauma and PTSD (pp. 399–411). The Guilford Press.
- ↑ 4,0 4,1 Creamer, M., Bell, R., & Failla, S. (2003). Psychometric properties of the Impact of Event Scale - Revised. Behaviour research and therapy, 41(12), 1489–1496.