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Giftapparat

Englisch: venom apparatus

1 Definition

Ein Giftapparat ist eine anatomisch-morphologische Struktur eines Organismus (der Begriff wird praktisch ausschließlich in Zusammenhang mit Gifttieren gebraucht), die der Applikation von Toxinen in einen anderen Organismus zur Verteidigung oder zum Beuteerwerb dient.

2 Beispiele

  • Giftschlangen: der Giftapparat der Giftschlangen besteht aus einer von Muskeln umspannten Giftdrüse (eine im Zuge der Evolution umgebildete Speicheldrüse an den Seiten des Schädels), welche über einen Giftkanal mit Giftzähnen (Fangzähne) in Verbindung steht. Die Giftzähne besitzen entweder einen geschlossenen Kanal im Inneren mit Austrittsöffnung an der Vorderseite des jeweiligen Zahns oder eine halbgeschlossene Rinne. Über diese Giftzähne wird im Falle eines Giftbisses das Toxingemisch aus den Giftdrüsen regelrecht in die Bisswunde injiziert.
  • Skorpionfische: Der Giftapparat besteht aus den Flossenstacheln (Rückenstrahlen, Afterflosse, Bauchflossen), an deren oberen Teil toxinbildendes Gewebe zusammen mit dem Knochenstrahl von einer Haut umgeben ist, die beim Stich einreißt und den Stachel freigibt. Das Toxin dient ausschließlich der Verteidigung, nicht dem Beuteerwerb. Es kann durchaus genügend Toxin in die Wunde gelangen, um für Menschen ernsthafte Intoxikationen zu verursachen.
  • Nesseltiere (z.B. Seewespe und Korallen): Nesselzellen (Nematocyten), die einen toxinhaltigen Nesselfaden in die menschliche Haut einbringen können.
  • Hautflügler (Bienen und Wespen): Eine Giftdrüse im Hinterleib (Abdomen) steht mit einem Giftstachel in Verbindung, durch welchen bei Bedarf das Gift injiziert werden kann. Der Giftstachel der Hautflügler ist ein im Zuge der Evolution umfunktionierter Legebohrer (aus diesem Grund sind nur Weibchen giftig!); bei Schlupfwespen beispielsweise dient der Stachel noch heute als Legebohrer der Eiablage.
  • Spinnentiere: aus der Gruppe der Spinnentiere kennt man verschiedene Giftapparate: Skorpione besitzen eine Giftdrüse am Ende des Metasoma ("Schwanz"); das letzte Glied bildet den Giftstachel. Webspinnen hingegen besitzen Kieferwerkzeuge (Chelizeren), welche mit Giftdrüsen in Verbindung stehen und die Funktion des Injektionsapparates erfüllen.

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Fachgebiete: Biologie

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