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Nesseltier

von altgr. κνίδη knidē - Nessel
Synonym: Cnidaria
Englisch: cnidaria

1 Definition

Das Phylum der Nesseltiere, wissenschaftlich Cnidaria, beinhaltet aquatisch lebende vielzellige Tiere (Metazoa), die besondere Organe, die sogenannten Nesselkapseln (Cnidae) besitzen.

2 Vorkommen

Lebensraum der Nesseltiere ist das Wasser. Sie bewohnen neben den Meeren auch einige Süßgewässer.

3 Systematik

Derzeit (2018) sind etwa 10.000 Arten bekannt, die sich auf fünf Klassen verteilen:

  • Anthozoa (Blumentiere), ausschließlich Polypengeneration, z.B. Seeanemonen und Steinkorallen
  • Cubozoa (Würfelquallen), zu ihnen gehört die extrem giftige Seewespe (Chironex fleckeri)
  • Hydrozoa (Hydrozoen), Betonung der Polypengeneration, z.B. Portugiesische Galeere (Physalia physalis) und Feuerkorallen
  • Scyphozoa (Schirmquallen/echte Quallen), Betonung der Medusengeneration, z.B. Ohrenqualle
  • Staurozoa (Stielquallen), sessile Quallen

Zudem existiert eine Gruppe parasitischer Cnidaria, die Myxozoa, und einige andere Arten, die bislang nicht weiter taxonomisch zugeordnet sind.

4 Morphologie

Allen Cnidaria ist ein radiärsymmetrischer Körperbau gemein (Radiata) sowie die Einteilung in Ecto- und Gastrodermis. Die Mitglieder der jeweiligen Klassen unterscheiden sich weiter voneinander. Es existieren sowohl sessile, als auch motile Arten. Dieser Unterschied ist auf die zwei Lebensstadien der Cnidaria zurückzuführen: Im Medusen-Stadium erscheinen sie als Quallen. Kommen sie als Polyp vor, sind sie festsitzende Organismen und verankern dabei ihre Fußscheibe in einer harten Oberfläche.

5 Generationswechsel

Cnidaria sind zum Generationswechsel fähig, bei dem sich die ungeschlechtliche und geschlechtlich fortpflanzenden Generation abwechseln. Der Vorgang wird Metagenese genannt. Die Bildung geschlechtsreifer männlicher oder weiblicher Tiere kann dabei auf drei Arten erfolgen:

  • Metamorphose vom Polypen-Stadium zum Quallen-Stadium (z.B. bei Cubozoa)
  • Sprossung bzw. Knospung (v.a. bei Blumentieren)
  • Abschnürung bzw. Strobilation, bei der Quallen scheibenweise abgeschnürt werden (v.a. Scyphozoa)

Geschlechtsreife Tiere entlassen schließlich Gameten. Der sich aus der Zygote entwickelnde Polyp wird schließlich sesshaft.

6 Nesselkapseln

Die Nesselkapsel ist das den Nesseltieren gemeinsame Merkmal. Sie besitzt Fäden, die zur Verteidigung ausgeschleudert werden können und außerdem ihren Nutzen im Beuteerwerb finden. Die Nesselkapseln werden in den Nesselzellen, den Cnidoblasten, hergestellt. Jede von ihnen kann nur einmal Verwendung finden, da sie vom Gewebe ausgestoßen und anschließend ersetzt wird. Die Nesselzellen sind in ihrer Morphologie und Funktion verschieden, meist wird jedoch durch Berührung das Ausschießen einer harpunenartigen Spitze ausgelöst. Diese bohrt sich in die Haut und über den Schlauch zur Nesselzelle wird das Nesselgift in die Beute gepumpt. Der Vorgang ist einer der schnellsten im Tierreich. Das Nesselgift ist gehört zu den Neurotoxinen und führt zur Lähmung.

7 Menschengefährende Nesseltiere

Aufgrund ihres Gifts sind einige Arten der Nesseltiere gefährlich für den Menschen. Die Folgen einer "Verbrennung" reichen dabei von Schmerzen und Blasenbildung bis hin zum Tod. Einige giftige Vertreter sind:

  • Arten des Genus Chironex, z.B. Chironex fleckeri
  • Arten des Genus Cyanea, z.B. "Feuerqualle" (Gelbe Haarqualle)
  • Portugiesische Galeere (Physalia physalis)

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