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Fesselträger (Veterinärmedizin)

Synonym: Musculus interosseus medius
Englisch: suspensory ligament

1 Definition

Unter Fesselträger versteht man im klinischen Sprachgebrauch den sehnigen Musculus interosseus medius an den Vorder- bzw. Hintergliedmaßen des Pferdes.

2 Nomenklatur

Der Musculus interosseus medius wird als Fesselträger bezeichnet, weil er als Teil des Fesseltrageapparats maßgeblich an der Stabilisierung des Fesselgelenks beteiligt ist.

3 Biomechanik

Aufgrund des Verlaufs und seines sehnigen Charakters hält der Fesselträger das Gelenk in seiner physiologischen Extensionsstellung, wobei er gleichzeitig auch bremsend auf eine darüber hinaus gehende Hyperextension wirkt.

Der Musculus interosseus medius wird distal des Fesselgelenks durch die Ligamenta sesamoidea obliqua und das Ligamentum sesamoideum rectum funktionell zum sogenannten Fesseltrageapparat ergänzt.

4 Anatomie

Der Musculus interosseus medius entspringt proximal am Röhrbein (Os metacarpale teritum bzw. metatarsale teritum) und am Ligamentum carpi radiatum. Anschließend zieht er als kräftige Sehne zwischen den beiden Griffelbeinen hindurch bis etwa zum distalen Drittel des Metakarpus bzw. Metatarsus. In diesem Bereich spaltet sich die kräftige Sehne in zwei Schenkel auf, die sich erneut aufteilen.

Die erste Aufspaltung inseriert jederseits am Gleichbein (Os sesamoideum proximale), wobei die zweite Aufspaltung nach dorsal zieht. Dort verlaufen sie als Unterstützungsast an die gemeinsame Strecksehne (Musculus extensor digitalis communis), um letztendlich mit ihr zu verschmelzen.

5 Klinik

Der Fesselträger kann durch unterschiedliche Erkrankungen sowie Verletzungen in seiner statischen Funktion deutlich beeinträchtigt sein. Wichtige Erkrankungen sind:

Der Fesselträger kann auch durch direkt sowie indirekt durch traumatische Einwirkungen von außen verletzt werden. Bei Frakturen der Griffelbeine muss daher immer eine Ultraschallkontrolle des Fesselträgers durchgeführt werden, um mögliche Läsionen frühzeitig erkennen und therapieren zu können.

6 Literatur

  • Baxter GM. 2011. Adams and Stashak's Lameness In Horses. Sixth edition. Wiley-Blackwell Publishing, Ltd. ISBN: 978-0-8138-1549-7/2011.
  • Salomon FV, Geyer H, Gille U (Hrsg.). 2008. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1075-1

Diese Seite wurde zuletzt am 13. November 2020 um 14:03 Uhr bearbeitet.

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