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Dekubitus (Pferd)

1 Definition

Als Dekubitus bezeichnet man durch chronische Druckbelastung entstandene lokale Geschwüre der Haut beim Pferd.

2 Ätiopathogenese

Dekubitale Wunden entstehen durch länger anhaltenden, ununterbrochenen Druck, der in weiterer Folge zu einer verminderten Durchblutung der betroffenen Areale mit nachfolgender Nekrose führt. Hautareale, die über knöchernen Vorsprüngen liegen, wie z.B. der Hüfte oder der Schulter, sind vermehrt betroffen. Zusätzlich können auch andere Ursachen, wie z.B. zu eng gewickelte Schweifbandagen, dekubitale Wunden hervorrufen.

Bei systemisch kranken Pferden kann eine schlechte Kreislaufsituation das Entstehen eines Dekubitus begünstigen.

3 Symptome

Initial kommt es an den exponierten Stellen zum Haarverlust sowie zu Schwellung und Ausbildung eines Erythems. Ein anhaltender Druck führt innerhalb weniger Tage zu Nekrose und Ulzeration.

In chronischen Fällen kommt es aufgrund des Elastizitätsverlusts zur Verdickung der Haut.

4 Diagnostik

Die Diagnose wird anhand der Anamnese und des typischen klinischen Bildes gestellt.

5 Therapie

Die Therapie besteht in einer täglichen gründlichen Wundreinigung mit antiseptischen Produkten (z.B. Chlorhexidin), um Sekundärinfektionen zu vermeiden. Zusätzlich sollten die dekubitalen Stellen mit Öl oder Salben auf Lanolin-Grundlage versorgt werden, um die Hautelastizität zu gewährleisten.

In manchen Fällen ist ein chirurgisches Débridement notwendig.

6 Prophylaxe

Da die Wunden trotz intensiver Pflege nur sehr langsam heilen, ist die Dekubitus-Prophylaxe entscheidend. Wenn ein Tier nicht stehfähig ist, sollte es auf einer dicken Lage Sägemehl oder Sand mit einer zweiten Schicht Stroh gelagert werden. Das Pferd muss dann alle 2 bis 4 Stunden umgelagert werden, um die Ausbildung von dekubitalen Wunden zu verhindern.

Da Fohlen aufgrund ihrer dünnen Haut und dem vermehrten Liegen prädisponiert sind, dekubitale Läsionen zu entwickeln, muss beim Anbringen von Extremitätenverbänden besonders darauf geachtet werden, dass diese nicht zu eng gewickelt werden.

7 Literatur

  • Brehm W, Gehlen H, Ohnesorge B et al., Hrsg. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016.
  • Reed SM, Bayly WM, Sellon DC. 2018. Equine internal medicine. 4th Edition. Elsevier.

Diese Seite wurde zuletzt am 18. September 2020 um 13:12 Uhr bearbeitet.

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