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D-Dimer

Synonym: Fibrinspaltprodukt
Englisch: fibrin degradation product (FDP), D-dimer

1 Definition

Als D-Dimere werden Spaltprodukte des Fibrins bezeichnet. Häufigste Indikation für die Bestimmung der D-Dimere ist der Ausschluss von Thrombosen.

2 Physiologie

Die Endstufe der sekundären Gerinnung ist die Bildung von Fibrin-Polymeren. Die D-Domänen des Fibrin-Moleküls werden dabei durch den aktivierten Faktor XIII quervernetzt. Ein regulatorischer Gegenmechanismus ist die Spaltung der Fibrinpolymere durch die Peptidase Plasmin. Hierbei entstehen Bruchstücke verschiedenster Größe, deren gemeinsames Merkmal die D=D-Bindung ist, sogenannte D-Dimere.

D-Dimere zeigen unspezifisch eine Gerinnungsaktivierung an. Es handelt sich um Spaltprodukte des Fibrins, die im Rahmen jeder Fibrinolyse gezwungenermaßen entstehen, auch bei der physiologischen Wundheilung. Daher sind erhöhte D-Dimere unter anderem nachweisbar bei:

3 Untersuchungsmaterial

Die Untersuchung erfolgt mit Citratblut. Die Blutentnahme muss möglichst schonend erfolgen, da eine traumatische Punktion ebenfalls zu erhöhten D-Dimeren führt (Ausschüttung von Gewebsthromboplastin).

4 Untersuchungsergebnis

Da D-Dimere ein Gemisch von Molekülen verschiedenster Größe sind, ist es nicht ohne Weiteres möglich, eine Massenkonzentration im Blut anzugeben. Daher wird teilweise die Einheit "Fibrinogen Equivalent Units" (FEU) verwendet. Vereinfacht ausgedrückt, wird nur die Menge der gefundenen D=D-Bindungen angegeben unter der Annahme, jede D-Domäne gehöre zu einem ganzen Fibrinogenmolekül. Dies ist zwar physikalisch nicht exakt, aber diagnostisch völlig ausreichend.

Die Ergebnisse verschiedener Testsysteme sind numerisch nicht vergleichbar. Die diagnostische Aussage, d. h. über oder unter dem cut-off für das Vorliegen einer Thrombose/Embolie, sollte aber gleichsinnig sein.

5 Aussagekraft

Da D-Dimere nicht spezifisch für eine Phlebothrombose (z. B. Tiefe Beinvenenthrombose) bzw. Lungenembolie (LE) sind, handelt es sich hier um eine Ausschlussdiagnose:

  • Ein negativer D-Dimer-Test (Wert unterhalb des sog. "cut-off") schliesst eine Phlebothrombose und Lungenembolie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit (> 99%) aus.
  • Ein positiver D-Dimer-Test (über "cut-off") sollte bei klinischem Verdacht eine weitere spezifische Diagnostik bezüglich Art und Ursache einer Thrombose nach sich ziehen.

Wichtig sind hier v.a. bildgebende Verfahren wie

Aktuelle Studien (2014) sprechen dafür, einen altersadaptierten cut-off für die D-Dimere bezüglich der Fragestellung "Thrombose" zu verwenden. Damit wird berücksichtigt, dass aufgrund der Alterung des Gefäßsystems eine Gerinnungsaktivierung mit höheren D-Dimer-Werten physiologisch ist. Eine vorgeschlagene Formel zur Berechnung des altersadaptierten cut-offs ist: Alter * 10 (µg/l) bei einem nicht adjustierten cut-off des Tests von 500 µg/l.[1]

D-Dimere sind Teil des DIC-Scores, mit dem in der Intensivmedizin der Verdacht auf eine disseminierte intravasale Koagulation (DIC) bestätigt und deren Verlauf überwacht werden kann.

6 Einschränkungen

D-Dimere sind zum Ausschluss von Thrombosen bzw. Lungenembolien nicht oder nur eingeschränkt geeignet bei:

7 Literatur

Lindhoff-Last E: Wann ist der D-Dimer-Test nach Operationen verwertbar? Dtsch Med Wochenschr 2004; 129: 972

8 Quellen

  1. Rhigini M et al: Age-adjusted D-dimer cutoff levels to rule out pulmonary embolism: the ADJUST-PE study JAMA. 2014 Mar 19; 311(11): 1117-24

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