CT-Zisternographie
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LoslegenSynonyme: CT-Zisternografie, Computertomographie-Zisternographie
Englisch: CT cisternography, computed tomography cisternography (CTC)
Definition
Die CT-Zisternographie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem nach intrathekaler Injektion eines jodhaltigen Kontrastmittels eine Computertomographie des Schädels und/oder der Wirbelsäule durchgeführt wird, um die Liquorräume des zentralen Nervensystems darzustellen.
Hintergrund
Die CT-Zisternographie verbindet die hohe räumliche Auflösung der Computertomographie mit der direkten Kontrastierung des Liquorraums. Im Gegensatz zur konventionellen Myelographie oder Liquorszintigraphie ermöglicht sie eine präzise anatomische Zuordnung von Liquorlecks, insbesondere an der Schädelbasis.
Die Methode gilt nach wie vor als Goldstandard für die Lokalisierung von Liquorfisteln bei aktiv fließendem Liquor, wird jedoch aufgrund ihrer Invasivität zunehmend durch die MR-Zisternographie ergänzt oder – bei inaktiven Lecks – teilweise ersetzt.[1]
Indikationen
Die CT-Zisternographie ist indiziert bei:
- Verdacht auf Liquorfistel (liquore Rhinorrhö oder Otorrhö) nach Trauma, Operation oder spontan
- Lokalisierung eines Liquorlecks vor operativer Sanierung
- Unklarem Befund in der hochauflösenden Computertomographie (HR-CT) der Schädelbasis
- Rezidivierender Meningitis ungeklärter Ursache
- Nachweis von Liquorlecks bei spontaner intrakranieller Hypotension[2]
Durchführung
Vorbereitung
Vor der Untersuchung erfolgt eine Lumbalpunktion in Höhe L3/4 oder L4/5 in sitzender oder liegender Position. Das Kontrastmittel – in der Regel ein nichtionisches, wasserlösliches jodiertes Kontrastmittel (z.B. Iohexol) – wird intraspinal injiziert.
Ablauf
Nach der Injektion wird der Patient gegebenenfalls in Kopftieflage (Trendelenburg-Position) gebracht, um das Kontrastmittel in die intrakraniellen Zisternen zu verteilen. Anschließend erfolgt eine CT-Untersuchung, bevorzugt als Dünnschicht-CT (0,5–1 mm Schichtdicke) der Schädelbasis in koronarer und axialer Rekonstruktion.
Befundung
Als positives Untersuchungsergebnis gilt der direkte Nachweis von Kontrastmittelübertritt aus dem Subarachnoidalraum in die Nasennebenhöhlen, den Mastoidraum oder andere extrakranielle Strukturen. Zusätzlich können knöcherne Defekte der Schädelbasis dargestellt werden.
Aussagekraft
Die CT-Zisternographie weist in systematischen Übersichtsarbeiten eine hohe diagnostische Genauigkeit auf:[3]
- Sensitivität: ca. 89 %
- Spezifität: ca. 100 %
Die diagnostische Genauigkeit hängt wesentlich davon ab, ob zum Untersuchungszeitpunkt ein aktiver Liquoraustritt vorliegt. Bei intermittierenden Lecks kann die Untersuchung falsch-negativ ausfallen.
Kontraindikationen
- Kontrastmittelallergie
- Schwere Gerinnungsstörung (relative Kontraindikation für Lumbalpunktion)
- Erhöhter intrakranieller Druck (relative Kontraindikation)
Komplikationen
- Postpunktioneller Kopfschmerz
- Kontrastmittelinduzierter Krampfanfall (selten, bei intrakranieller KM-Verteilung)
- Infektion (Meningitis) – sehr selten bei steriler Technik
Die direkte intrakranielle Verteilung jodierter Kontrastmittel kann epileptische Anfälle begünstigen. Eine ausreichende Verdünnung des Kontrastmittels und die Vermeidung hoher KM-Konzentrationen im Intrakranialraum sind essenziell.
Strahlenexposition
Aufgrund der Strahlenexposition sollte die Indikation streng gestellt und das Untersuchungsprotokoll dosisoptimiert durchgeführt werden.
Quellen
- ↑ Oakley GM et al. Diagnosis of cerebrospinal fluid rhinorrhea: an evidence-based review with recommendations. Int Forum Allergy Rhinol. 2016;6(1):8-16.
- ↑ Wang SJ. Spontaneous Intracranial Hypotension. Continuum (Minneap Minn). 2021;27(3):746-766.
- ↑ Xie M et al. Diagnosis and Localization of Cerebrospinal Fluid Rhinorrhea: A Systematic Review. Am J Rhinol Allergy. 2022;36(3):397-406.