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Bunostomum

von griechisch: bounos - Hügel; stoma - Mund

1 Definition

Als Bunostomum bezeichnet man eine Gattung der Nematoden (Rundwürmer). Sie sind die Erreger der Bunostomose der Wiederkäuer.

2 Taxonomie

3 Erreger

In Mitteleuropa parasitiert Bunostomum trigonocephalum hauptsächlich beim Schaf und bei der Ziege sowie Bunostomum phlebotomum beim Rind. Wildwiederkäuer stellen ebenfalls geeignete Wirte dar.

Die Adultstadien können eine Länge von bis zu 3 cm erreichen. Sie haben eine becherförmige Mundkapsel mit zwei ventralen Schneideplatten sowie zahnartigen Strukturen an der Basis.

Art Morphologie Wirte Organ Präpatenz
Bunostomum phlebotomum : 10-19 mm, : 13-29 mm
Ei: 75-115x40-70 µm
Bovinae (Rind u.a.), Ziegenartige und Hirsche Dünndarm 52-59 Tage
Bunostomum trigonocephalum ♂: 11-20 mm, ♀: 12-29 mm
Ei: 66-104x33-74 µm
Schaf, Ziege, Reh, Rothirsch, Steinbock, Gämse, Elch, selten Rind Dünndarm 49 Tage

4 Entwicklung

Die externe Entwicklung entspricht dem typischen Verlauf der Strongyliden. Bei Temperaturen unter 15 °C sistiert die Entwicklung, wohingegen sie bei 20 bis 30 °C und ausreichender Feuchtigkeit optimal ablaufen kann. Auf Weiden können die Drittlarven (L3) während der Sommerperiode knapp zwei Monate lebensfähig bleiben. Aufgrund der Kälteempfindlichkeit der Larven können sie im Freien nicht überwintern.

Eine Infektion erfolgt hauptsächlich auf der Weide, insbesondere im Spätsommer und Herbst. In Stallungen und Ausläufen können ebenfalls Infektionen auftreten, insbesondere dann, wenn deutliche Hygienemängel (Kotverschmutzungen, feuchte Einstreu) vorherrschen. Die infektionsfähigen Larven können sowohl perkutan als auch peroral in den Körper gelangen - wobei der perkutane Infektionsweg die weitaus häufigere Form darstellt. In beiden Fällen schließt sich eine tracheale Wanderung der Larven an. Die adulten Stadien siedeln sich bevorzugt im Dünndarm an. Die Präpatenz beträgt etwa sieben Wochen.

5 Vorkommen

Bunostomum-Arten kommen flächendeckend vor. Im mitteleuropäischen Bereich liegen die Befallsraten zwischen 1 und 30 % (regional schwankend). Der größte Anteil an Eiausscheidern konnte in Betrieben mit Tiefstreuhaltung nachgewiesen werden.

6 Klinik

In den meisten Fällen ist der Bunostomum-Befall bei den Wiederkäuern so gering, dass er inapparent bleibt. Ein Massenbefall führt - aufgrund der blutsaugenden Parasiten - zu schweren Formen der Anämie mit Proteinverlust in den Darmtrakt sowie blutigen Darmentzündungen. Häufig liegen Mischinfektionen mit anderen Parasiten vor, sodass es zu einer Kumulation der pathogenen Effekte kommt.

Typische Symptome erkrankter Tiere sind u.a. Mattigkeit, Ödembildung (Kehlgangsödem), Abmagerung und z.T. auch blutiger Durchfall.

7 Zoonose

Bunostomum-Arten zählen beim Menschen zu den Erregern der Larva migrans cutanea. Die Larven dringen dabei (bei Kontakt mit Fäkalien oder damit kontaminierten Substraten wie z.B. Böden) in die Haut des Menschen ein und verursachen recht charakteristische Hautveränderungen. In Mitteleuropa kann das Krankheitsbild am häufigsten bei Touristen nach Badeaufenthalten in warmen Ländern beobachtet werden.

8 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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