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Bosentan

Handelsname: Tracleer®
Englisch: bosentan

1 Definition

Bei dem Bosentan handelt es sich um ein Medikament zur Therapie der seltenen pulmonalen Hypertonie ("Lungenbluthochdruck"). Da es sich um einen Arzneistoff zur Therapie einer verhältnismäßig seltenen Erkrankung handelt, zählt man Bosentan zum Kreis der Orphan-Arzneimittel. So werden Medikamente bezeichnet, die gegen besonders seltene Erkrankungen eingesetzt werden. Bosentan ist ein Endothelin-Rezeptorantagonist.

2 Anwendung und Dosierung

Bosentan ist in den Wirkstärken 32 mg, 62,5 mg und 125 mg verfügbar. Bei Erwachsenen beginnt eine Therapie mit diesem Endothelin-Rezeptorantagonisten in der Regel mit täglich zweimal 62,5 mg über einen Zeitraum von 4 Wochen. Es erfolgt dann eine schrittweise Steigerung auf die standardmäßige Erhaltungsdosis von zweimal 125 mg pro Tag.

3 Wirkungsmechanismus

  • Bosentan verdrängt als Antagonist das Endothelin-1 von seinen Rezeptoren. Endothelin-1 ist der stärkste bekannte Blutgefäßkonstringenz (Faktor, der für eine Vasokonstriktion, also eine Gefäßverengung sorgt), den der Körper selber herstellt.
  • durch antagonistische Wirkung des Bosentans an den Endothelinrezeptoren kommt es zu einer vasodilatatorischen (gefäßerweiternden) Wirkung, damit zu einer Abnahme des pulmonalen Gefäßwiderstandes und somit zu einem Absinken des überhöhten Blutdruckes im Lungenkreislauf
  • des Weiteren kann durch die Applikation von Bosentan die durch Endothelin-1 hervorgerufene Veränderung der Blutgefäße (Remodelling) deutlich vermindert werden.

4 Weitere Anwendungsgebiete

Neben der Anwendung zur Behandlung der pulmonalen Hypertonie erfolgt seit Kurzem auch die Gabe von Bosentan bei einer Sklerodermie. Die Dosierung entspricht dabei der Therapie des Lungenbluthochdrucks.

5 Nebenwirkungen

6 Kontraindikationen

7 Wechselwirkungen

Eine gleichzeitige Anwendung von Bosentan und Ciclosporin A führt zu einem extremen Anstieg des Bosentanspiegels (um das Dreifache) bei gleichzeitigem Absinken des Pegels an Ciclosporin A um bis zu 75 %.

8 Umfeld

Es existieren noch weitere Wirkstoffpräparate, die durch die WHO zur pharmakologischen Therapie der seltenen pulmonalen Hypertonie zugelassen sind. Dabei handelt es sich um:

  • Sildenafil: Dieser Wirkstoff ist zunächst einmal bekannt für seine Zulassung als Medikament aus der Klasse der hochwirksamen PDE-5-Hemmer. Als solches ist sein Haupteinsatzgebiet die medikamentöse Behandlung der erektilen Dysfunktion (Erektionsstörungen), wo es unter dem Handelsnamen Viagra von dem Pharmaunternehmen Pfizer seit vielen Jahren vertrieben wird. Unter dem Handelsnamen Revatio® ist Sildenafil zur Behandlung der idiopathischen pulmonal-arteriellen Hypertonie für Patienten im NYHA-Stadium III zugelassen.
  • Ambrisentan: Auch dieser Wirkstoff ist ein Endothelin-Rezeptorantagonist.
  • Sitaxetan: Ebenfalls ein Endothelin-Rezeptorantagonist mit Therapiezulassung für die pulmonale Hypertonie

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