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Beta2-Mikroglobulin

Synonym: β2-Mikroglobulin
Englisch: beta-2 microglobulin

1 Definition

Beta2-Mikroglobulin ist ein Plasmaprotein aus der Beta-Globulinfraktion, das in den Membranen aller bisher untersuchten Zellen vorkommt und von dort in verschiedene Körperflüssigkeiten (z.B. Blutplasma, Urin, Liquor cerebrospinalis) abgesondert wird.

2 Eigenschaften

Seine Form ist kugelig und bildet den extrazellulären Anteil des auf allen kernhaltigen Zellen exprimierten MHC-I-Komplexes. Der Komplex wurde zuerst bei Transplantationsexperimenten entdeckt und dient der Präsentation körperfremder Antigene.

3 Labordiagnostik

3.1 Blut

3.1.1 Tumorerkrankungen

Die β2-Mikroglobulin-Konzentration im Blut wird als Verlaufsparameter und prognostischer Marker für verschiedene Karzinome, Lymphome und Leukämien verwendet. Insbesondere in der Diagnostik des Multiplen Myeloms spielt das Protein eine wichtige Rolle, wobei eine hohe Konzentration mit einer schlechten Prognose assoziiert ist. Weiterhin findet sich eine Erhöhung bei unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen.

3.1.2 Nierenerkrankungen

Erhöhte Werte des Beta2-Mikroglobulins können auf verschiedene Nierenerkankungen mit eingeschränkter glomerulärer Filtrationsrate hindeuten. Bei Niereninsuffizienz ist es um den Faktor 10-50 erhöht. Bei Dialysepatienten können hohe Blutspiegel zu einer β2-Mikroglobulin-Amyloidose führen. Anhand des Beta2-Mikroglobulins kann auch die Funktionsfähigkeit von Nierentransplantaten überprüft werden, da sich der Wert bei Funktionsfähigkeit normalisiert. Bei HIV-Infektionen besteht bei Beta2-Mikroglobulin-Werten im Serum >5,0 mg/l ein hohes Risiko innerhalb von 3 Jahren AIDS zu entwickeln.

3.2 Urin

Bei Vorkommen im Urin dient das Beta2-Mikroglobulin als Marker für eine tubuläre Proteinurie oder Schwermetallintoxikationen (z.B. Cadmium.

Das Beta2-Mikroglobulin im Urin kann darüber hinaus zum Ausschluß einer Pyelonephritis bei Schwangeren eingesetzt werden:

  • Werte > 300 mg/l: V.a. Infekt der oberen Harnwege
  • Werte < 300 mg/l: Pyelonephritis unwahrscheinlich

3.3 Material

Für die Diagnostik werden 1 ml Serum oder 50 ml vom 24h-Urin benötigt.

3.4 Referenzbereiche

Spezimen Klientel Norm
Serum Neugeborene bis zum 3. Monat 2,8-3,4 mg/l
3. Monat bis 1. Lebensjahr 1,8-2,2 mg/l
Kinder 1,4-1,6 mg/l
Erwachsene 0,8-2,4 mg/l
ab 60. Lebensjahr < 3,0 mg/l
Urin Erwachsene < 300 µg/l

4 Quellen

Laborlexikon.de; abgerufen am 06.02.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2021 um 09:15 Uhr bearbeitet.

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