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Balanoposthitis (Pferd)

1. Definition

Als Balanoposthitis bezeichnet man eine Entzündung der Präputialschleimhaut (Posthitis) und der Glans penis (Balanitis) beim Pferd.

2. Ätiologie

Eine Balanoposthitis tritt häufig in Kombination mit einer Pensiparalyse, einem Priapismus oder einer Paraphimose auf. Selten entsteht sie auch infolge von Verletzungen beim Deckakt oder einer Samenentnahme.

Zusätzlich kommt es häufig bei einer EHV-3-Infektion (equines Koitalexanthem) oder bei Infektionen mit Trypanosoma brucei equiperdum (Beschälseuche) zur Balanoposthitis. Selten sind fehlerhafte Hygienemaßnahmen (häufiges Waschen, reizende Waschlösungen) oder unzureichendes Ausschachten (starke Verschmutzungen mit Smegma, Konkremente u.ä.) ursächlich für eine Entzündung.

3. Pathogenese

Unabhängig vom Auslöser entwickelt sich eine akute Entzündung am vorderen Penisende sowie der Schleimhaut des Präputiums. Die betroffenen Gewebe schwellen an, es bildet sich ein ausgeprägtes Ödem und die Schleimhäute sind gerötet (Hyperämie) und deutlich palpationsdolent.

Unbehandelt kann sich sekundär eine Paraphimose mit Schleimhautnekrosen bilden.

4. Klinik

Die Glans penis sowie die Präputialschleimhaut ist hochgradig gerötet, geschwollen und deutlich schmerzempfindlich. Abhängig vom Schweregrad des Ödems kommt es zu unterschiedlichen Komplikationen, z.B. zu Problemen beim Harnabsatz oder bei der Rückverlagerung des Penis ins Präputium (Paraphimose).

5. Diagnose

In den meisten Fällen kann die Diagnose adspektorisch gestellt werden.

Kann die Entzündung nicht eindeutig auf eine Erkrankung des Penis (z.B. Paralyse, Priapismus, Trauma oder Infektionskrankheit) zurückgeführt werden, ist umgehend eine gründliche Untersuchung der Penisschleimhaut durchzuführen.

6. Differenzialdiagnose

Bei Wallachen sind v.a. Smegmasteine auszuschließen.

7. Therapie

Bei einer Schädigung infolge chemischer Substanzen (z.B. unverdünnte Povidon-Iod-Lösungen oder Seife) ist die betroffene Stelle sorgfältig mit Wasser abzuspülen. In den meisten Fällen sind zusätzlich Antiphlogistika (z.B. 1,1 mg/kgKG Flunixin-Meglumin p.o. SID) indiziert. Parallel dazu sollte der Penis sowie das Präputium mehrmals täglich gekühlt werden (z.B. 15 Minute mit dem Wasserschlauch abspülen).

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8. Prognose

Bei rechtzeitiger und adäquater Therapie können Komplikationen (z.B. Narbenbildungen u.ä.) vermieden werden.

9. Literatur

  • Aurich C (Hrsg.). 2009. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Parey-Verlag. ISBN: 978-3-8304-4179-3

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Mag. med. vet. Patrick Messner
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Inga Haas
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