Nebenwirkung
(Weitergeleitet von Nebenwirkungen)
Synonyme: UAW, unerwünschte Arzneimittelwirkung, ADE
Englisch: side effect, adverse drug reaction, adverse drug effect
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition
Als Nebenwirkungen bezeichnet man weitere, in der Regel unerwünschte Wirkungen eines Medikaments bzw. einer pharmakologischen Substanz, die zusätzlich zur gewünschten Hauptwirkung auftreten.
Im Gegensatz zu einem adverse event besteht bei einer Nebenwirkung ("adverse reaction") immer der Verdacht auf einen kausalen Zusammenhang mit der Einnahme des Medikaments.
2 Einteilung
2.1 ...nach Häufigkeit
Nebenwirkungen lassen sich nach der Häufigkeit ihres Auftretens unterteilen in:
| Kategorie | Häufigkeit |
|---|---|
| sehr häufig | > 10 % |
| häufig | 1 - 10 % |
| gelegentlich | 0,1 - 1 % |
| selten | 0,01 - 0,1 % |
| sehr selten | < 0,01 % |
| nicht bekannt | nicht abschätzbar |
Die Häufigkeit von Nebenwirkungen ist unter anderem vom pharmakologischen Profil einer Substanz und von ihrer Dosierung abhängig.
2.2 ...nach Arzneimittelmenge
- Dosisabhängige Nebenwirkungen: Die Nebenwirkungen sind abhängig von der Menge (Dosis) des angewendeten Arzneimittels. Eine höhere Dosis führt zu stärkeren Nebenwirkungen.
- Nicht dosisabhängige Nebenwirkungen: Die Nebenwirkungen treten unabhängig von der Menge (Dosis) des angewendeten Arzneimittels auf, ggf. schon bei kleinsten Dosierungen.
2.3 ...nach therapeutischer Konsequenz
- Dosislimitierende Nebenwirkungen: Die Nebenwirkungen beeinträchtigen die Gesundheit des Patienten so stark, dass die Behandlung mit dem Arzneimittel abgebrochen werden muss.
- Nicht dosislimitierende Nebenwirkungen: Nebenwirkungen sind zwar vorhanden, die Therapie kann aber weiter geführt werden.
3 Beispiele von Nebenwirkungen
Das Spektrum möglicher Nebenwirkungen von Medikamenten reicht von relativ harmlosen Begleiterscheinungen (z.B. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Exanthem) bis hin zu Wirkungen, deren Schaden den Nutzeffekt des Medikamentes übersteigt. Ein Extremfall trat im Fall des Schlafmittels Contergan auf, das Missbildungen bei Embryos auslöste (und deshalb vom Markt genommen werden musste).
4 Meldung
Nebenwirkungen eines Medikaments können unter Verwendung der entsprechenden Forumlare an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn (BfArM) gemeldet werden.
Über nebenwirkung.de können Ärzte Nebenwirkungen auch direkt per Webbrowser erfassen. Die UAW-Meldung wird dann nach Bestätigung per eMail an das BfArM weitergeleitet.
Tags: Medikament
Fachgebiete: Arzneimittel, Pharmakologie
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