Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.

Überdiagnostik

1 Definition

Als Überdiagnostik bezeichnet man überflüssige medizinische Untersuchungen. Retrospektiv erkennt man sie daran, dass sie bei genauer Betrachtung der Patientengeschichte nicht notwendig waren und die Gesundheit des Patienten nicht verbessert haben. In der Regel bezieht sich der Begriff nur auf apparative Untersuchungen (z.B. MRT) und Laboruntersuchungen.

Das Gegenteil der Überdiagnostik ist die Unterdiagnostik.

2 Hintergrund

Eine Überdiagnostik liegt potentiell immer dann vor, wenn Anomalien oder Gesundheitsrisiken bei einer grundsätzlich beschwerdefreien und asymptomatischen Person festgestellt werden. Sie ist ein häufiger Kollateraleffekt von Screeninguntersuchungen oder Routineuntersuchungen mit besonders sensitiven diagnostischen Testverfahren. Überdiagnostik kann auch durch eine sogenannte Defensivmedizin motiviert sein.

Überdiagnostik ist sowohl ein ethisches als auch ein ökonomisches Problem. Durch falsch-positive Untersuchungsergebnisse können Patienten erheblich verunsichert werden. Sie führen nicht selten zu weiteren Therapiemaßnahmen, die nicht notwendig sind, und den Patienten einer unnötigen Gefahr aussetzen (Übertherapie).

siehe auch: Diagnostik

Um diesen Artikel zu kommentieren, .

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

2 Wertungen (4.5 ø)
Teilen

142 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
DocCheck folgen: