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Leishmaniose des Hundes

Inhaltsverzeichnis

1 Definition

Bei der Leishmaniose des Hundes handelt es sich um eine durch intrazellulär parasitierende Protozoen verursachte parasitäre Erkrankung des Hundes. Es existieren weltweit verschiedene Leishmanienarten. In Südeuropa und den angrenzenden Ländern ist Leishmania infantum der Haupterreger.

2 Erreger

Leishmanien sind obligat intrazellulär parasitierende Protozoen. Sie vermehren sich in Makrophagen und durchlaufen während ihrer Entwicklung einen Wirtswechsel zwischen einem Insekten- und einem Wirbeltierwirt. Als Vektoren innerhalb der Endemiegebiete fungieren Sandmücken der Gattung Phlebotomus. Außerhalb der Endemiegebiete (z.B. in Deutschland), wo der Vektor fehlt, kann es ausnahmsweise durch iatrogene Übertragung (Bluttransfusionen) zu Neuinfektionen kommen.

3 Epizootiologie

Der Erreger ist von Südeuropa bis China verbreitet. Durch zunehmenden Reiseverkehr mit Tieren steigt die Zahl erkrankter Hunde in Deutschland in den letzten Jahren.

4 Pathogenese

Nach der Infektion entsteht eine lokale Entzündung der Haut, die meist unbemerkt bleibt. Von diesem Infektionsort aus verbreiten sich befallene Makrophagen in verschiedene Organe (z.B. Milz, Leber, Lymphknoten, Knochenmark, Haut, Darm). Schlussendlich entstehen multiple Organschäden wie Schädigungen des Endothels, Glomerulonephritiden und Amyloidosen. Die Inkubationszeit kann bis zu einigen Jahren betragen.

5 Klinik

Es werden latente Formen der Krankheit, die jahrelang unbemerkt bleiben können und disseminierte symptomatische Formen unterschieden. Disseminierte symptomatische Formen können sich entweder als kutane oder viszerale Leishmaniose manifestieren. Auch Mischformen sind möglich. Symptome können oft schubweise auftreten und beispielsweise Fieber, Epistaxis, Abmagerung, Lethargie, Durchfall, Hepatomegalie und Splenomegalie umfassen. Stark verdächtig ist eine chronische, nicht juckende Dermatitis mit konsekutiver Alopezie um die Augen und am Nasenrücken. Hautveränderungen können sich auf Hals, Rücken und Extremitäten ausbreiten. Durch eine chronische Entzündung des Krallenbetts kann es zu verstärktem Krallenwachstum kommen.

6 Therapie

Häufig wird eine Kombinationstherapie mit Allopurinol (Hemmung der Proteinsynthese des Erregers) und Antimonpräparaten durchgeführt. Weiterhin kann eine Immuntherapie, beispielsweise mit Gamma-Interferon durchgeführt werden.

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Solveigh Köpke

Tierärztin

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Solveigh Köpke schreibt seit dem 30.03.2010 im Flexikon, hat bereits 44 neue Artikel publiziert und 184 Artikeldetails verbessert.

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