Zecke
Englisch: tick
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition
Zecken sind zur Klasse der Spinnentiere gehörende Ektoparasiten. Sie ernähren sich vom Blut ihres Wirtes (Säugetiere, Vögel und manchmal auch Reptilien und Amphibien).
2 Einteilung
Die über 650 Arten werden in 3 Familien eingeteilt:
- Argasidae (Lederzecken): Sie sind vor allem in den Tropen und den Subtropen zu finden.
- Ixodidae (Schildzecken): Hierzu zählen der in Mitteleuropa häufige gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) und die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus).
- Nuttalliellidae: Sie werden als ein Übergangsform zwischen Lederzecken und Schildzecken angesehen
3 Lebensraum
Zecken leben vor allem in Wäldern und Gebieten mit dichter Vegetation. Sie sind vornehmlich in Gräsern, Farnen und im Unterholz anzutreffen. Erwachsene Zecken können bis zu einer Höhe von 1,5 Metern klettern, jüngere Tiere niedriger. Dass Zecken sich von Bäumen auf ihre Wirte fallen lassen, ist ein verbreiteter Irrglaube. Meistens setzen sie sich an die Spitze eines Blattes, um von einem passierenden Tier oder Menschen abgestreift zu werden.
4 Der Biss
Die Zecke sucht sich auf ihrem Wirt bevorzugt eine Stelle, die relativ warm und feucht ist. So beißen sie sich beim Menschen oft im Genitalbereich, an den Innenseiten der Oberschenkel oder in der Achselhöhle fest. Beim Eindringen durch die Haut des Opfers sondern sie ein Sekret ab, das unter anderem ein Betäubungsmittel, einen gerinnungshemmenden und einen entzündungshemmenden Wirkstoff beinhaltet. Durch die betäubende Wirkung bleibt der Biss oft unbemerkt und die Zecke kann unter Umständen mehere Tage in der Haut sitzen bleiben. Der gerinnungshemmende Wirkstoff bewirkt ein Offenbleiben der Einstichstelle und die entzündungshemmende Wirkung hemmt das Immunsystem des Wirts.
5 Zecken als Krankheitsüberträger
5.1 Borreliose
Zecken können mit ihren Stichen bzw. Bissen zahlreiche Krankheiten übertragen. Die häufigste auf diese Weise übertragende Krankheit ist die Borreliose.
Es handelt sich hierbei um eine bakterielle Infektion, die in Mitteleuropa weit verbreitet ist. Untersuchungen haben ergeben, dass in Deutschland etwa jede dritte Zecke Borrelien enthält. Allerdings kommt es dank des menschlichen Immunsystems nicht immer zu einer Infektion. Etwa 10.000 Fälle von Borreliose treten jährlich in Deutschland auf. Wenn die Infektion rechtzeitig diagnostiziert wird, ist sie gut behandelbar, kommt die Diagnose dagegen erst sehr spät (manchmal erst Jahre später), können Spätfolgen zurückbleiben.
5.2 FSME
Weitaus seltener, jedoch auch gefährlicher ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Sie wird durch Viren übertragen, welche sich im Darm der Zecken befinden. Mit einem längeren Verbleib der Zecke in der Haut steigt auch das Infektionsrisiko mit FSME. Bei einer Infektion treten grippeähnliche Symptome und teilweise eine Meningoenzephalitis auf. Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich aussehen. Während einige Patienten kaum Symptome verspüren, kommt es bei anderen zu einem sehr schweren Verlauf, unter Umständen bis zum Tod.
Die FSME kommt allerdings nur in Teilen Europas vor. Die Endemiegebiete in Deutschland konzentrieren sich auf den Süden und einige kleinere Regionen im Osten. Gegen die FSME ist im Gegensatz zu der Borreliose eine wirksame Schutzimpfung (FSME-Impfung) verfügbar.
5.3 Andere
Andere Krankheiten, die durch Zeckenbisse übertragen werden können sind:
- Enzephalitis
- Rickettsiose (Fleckfieber, ausgelöst durch Rickettsia raoultii)
6 Behandlung von Zeckenbissen
An erster Stelle der Behandlung steht die Zeckenentfernung mit gründlicher Desinfektion der Bissstelle. Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit Borrelien, sollte eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden.
Tags: Parasit, Zeckenbiss
Fachgebiete: Parasitologie
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