Allopurinol
Handelsnamen: Zyloric®, Allobeta®, Uripurinol®, Allowieb® u.v.a.
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1 Definition [bearbeiten]
Allopurinol ist ein Urikostatikum, welches durch Beeinflussung des Purin-Abbaus zu Harnsäure, u.a. die Symptome der Gicht lindern kann und zur Dauerbehandlung dieser Erkrankung eingesetzt wird.
2 Wirkung [bearbeiten]
Allopurinol hemmt das Schlüsselenzym Xanthinoxidase reversibel und vermindert somit den Abbau von Hypoxanthin und Xanthin. Somit fällt weniger Harnsäure an.
2.1 Purin-Abbau [bearbeiten]
Purinnukleotide -> Hypoxanthin -> Xanthin -> Harnsäure -> Urin
3 Anwendungsgebiete [bearbeiten]
- Hyperurikämie (> 8,5 mg/dl)
- Gicht
- Uratnephropathie
- sekundäre Hyperurikämie
- Prophylaxe von Calciumoxalatsteinen
- Harnsäurenephropathien
- angeborene Enzymmangelkrankheiten (z.B. Lesh-Nyhan-Syndrom)
4 Kontraindikationen [bearbeiten]
- Niereninsuffizienz
- Schwangerschaft (strenge Indikationsstellung)
5 Nebenwirkung [bearbeiten]
Mögliche Nebenwirkungen sind:
- Störungen des Magen-Darm-Trakts
- Leukopenie
- Polyneuropathie
- generalisierte Vaskulitis (selten)
- allergische Hautreaktionen (z.B. toxische epidermale Nekrolyse)
Beim Gichterkrankten ist die renale Ausscheidung der Harnsäure bereits überlastet. Durch die Gabe von Allopurinol fällt Alloharnsäure an. Die renale Sekretion wird noch weiter belastet. Ein akuter Harnsäurerückstau kann somit zunächst einen akuten Gichtanfall zu Therapiebeginn auslösen, bevor die hemmende Wirkung einsetzt.
6 Interaktionen mit anderen Medikamenten [bearbeiten]
- Zytostatika: Blutbildveränderungen
- Theophyllin: Steigerung der Wirkung von Theophyllin
- Purinmetabolite (z.B. Azathioprin): Dosisreduktion der Metabolite
- orale Antikoagulantien: verstärkte Wirkung
Tags: Analgetika, Gicht, Urikostatikum
Fachgebiete: Innere Medizin
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