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Das Medizinlexikon zum Mitmachen.

Vagina

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Synonym: Scheide
Englisch: vagina

1. Definition [bearbeiten]

Die Vagina ist ein von Schleimhaut bedecktes Hohlorgan, das zu den inneren weiblichen Geschlechtsorganen zählt.

2. Anatomie [bearbeiten]

2.1. Morphologie [bearbeiten]

Die Vagina ist ein etwa 8-10 cm langer Muskelschlauch aus glatter Muskulatur. Sein vorderes Ende wird durch den Introitus vaginae (Scheideneingang) markiert, das hintere Ende wird durch die Portio begrenzt. Das Hereinragen der Portio in die Vagina bildet einen Nischenraum, der als Scheidengewölbe (Fornix vaginae) bezeichnet wird.

Bei Jungfrauen ist der Scheideneingang durch das Hymen verengt, welches normalerweise beim ersten Geschlechtsverkehr zerrissen wird. Im Bereich des Scheideneingangs befinden sich außerdem die Bartholinischen Drüsen (Glandulae vestibulares majores), die in den von den kleinen Schamlippen umgrenzten Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) der Vulva münden. Sie liegen gleich hinter dem Bulbus vestibuli und unter dem Musculus transversus perinei profundus. Es handelt sich um tubuloalveoläre Drüsen, die ein muköses, alkalisches Sekret absondern, das der Befeuchtung des Scheideneingangs dient.

2.2. Topografie [bearbeiten]

Nach vorn grenzt die Scheide an die Harnblase bzw. Harnröhre (Urethra). Hinten liegt sie, durch eine dünne Bindegewebsschicht (Septum rectovaginale) getrennt, dem Rektum an. Der Scheideneingang bildet die Grenze zwischen äußerem und innerem Genitale der Frau.

2.3. Arterielle Versorgung [bearbeiten]

Die arterielle Versorgung der Vagina erfolgt durch die Arteria vaginalis, einen Ast der Arteria iliaca interna.

3. Histologie [bearbeiten]

Die Wand der Vagina ist aus mehreren Schichten aufgebaut.

3.1. Tunica mucosa [bearbeiten]

Zur Tunica mucosa werden das Vaginalepithel und die Lamina propria gezählt. Das Epithel der Vagina ist ein mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel, das aus 4 Schichten besteht:

  • Basalschicht
  • Parabasalschicht
  • Intermediärschicht
  • Superfizialschicht

Es unterliegt hormonellen Einflüssen und zeigt daher bei der geschlechtsreifen Frau zyklische Veränderungen. Unter Östrogeneinfluß nimmt die Epitheldicke und die Glykogenproduktion der Epithelzellen zu, unter Progesteroneinfluß nimmt sie ab. Der Epithelverbund ist relativ aufgelockert und ermöglicht den Durchtritt von Lymphozyten und Gewebsflüssigkeit in das Scheidenlumen. Das Epithel enthält keine Drüsen - das "Vaginalsekret" besteht nur aus abgeschilferten Zellen, Zervikalsekret und Transsudat der Vaginalwand.

Die Lamina propria besteht aus lockerem Bindegewebe, das reich an elastischen Fasern und Lymphozyten ist. Es enthält viele Kapillaren, die bei sexueller Erregung ein Transsudat durch das Epithel in die Scheide abgeben, und den Plexus venosus vaginalis. Die Sensibilität der Vagina ist gering: Es existieren nur wenige freie Nervenendigungen, sensorische Fasern fehlen ganz.

3.2. Tunica muscularis [bearbeiten]

Die Tunica muscularis ist in der Regel schwach entwickelt und zeigt dünne längs- und ringförmig verlaufende Bündel glatter Muskelfasern.

3.3. Tunica adventitia [bearbeiten]

Der auch als Parakolpium bezeichnete, dichte Mantel aus Bindegewebe verbindet die Vagina mit ihrer Umgebung besonders mit der Urethra. Er enthält zahlreiche elastische Fasern und grenzt kranial an das Parametrium.

4. Physiologie [bearbeiten]

Das Vaginalepithel synthetisiert Glykogen, welches mit der Abschilferung der Superfiziallzellen in das Vaginallumen gelangt. Dort wird es von physiologisch ansässigen Laktobazillen, den so genannten Döderlein-Stäbchen zu Milchsäure umgesetzt. In der Vagina herrscht daher ein saurer pH-Wert von ca. 4,0. Er dient als Schutz vor der Besiedlung mit pathogenen Bakterien und beugt Infektionen der Scheide vor.

5. Funktion [bearbeiten]

Die Vagina dient zur Aufnahme des Penis, sowie des Spermas und während der Geburt als Geburtskanal für das Kind.

6. Klinik [bearbeiten]

6.1. Krankheitsbilder [bearbeiten]

Mit den pathologischen Veränderungen der Vagina beschäftigt sich die Gynäkologie. Zu den Krankheitsbildern der Vagina zählen unter anderem:

6.2. Diagnostik [bearbeiten]

Die Untersuchung der Vagina erfolgt mit Hilfe eines Scheidenspekulums, eines Vaginoskops oder eines Kolposkops.

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