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Primitiv neuroektodermaler Tumor

Abkürzung: PNET
Englisch: primitive neuroectodermal tumor

1. Definition

Ein primitiv neuroektodermaler Tumor, kurz PNET, ist eine hochgradig bösartige Raumforderung, die zu den embryonalen Tumoren zählt und ihren Ursprung im neuronalen Gewebe hat. Der PNET tritt vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf.

2. Einteilung

Es existieren grundsätzlich zwei Formen des primitiv neuroektodermalen Tumors, die je nach Ort des Auftretens unterschieden werden.

2.1. Peripherer PNET (pPNET)

Vor allem das vegetative Nervensystem ist durch diesen Tumor betroffen – prinzipiell können aber auch alle anderen Strukturen, die ihren embryonalen Ursprung im Ektoderm haben, befallen sein. Typische Orte, an denen pPNETs auftreten, sind:

Nach der aktuellen WHO-Klassifikation werden periphere primitive neuroektodermale Tumoren zu den Ewing-Sarkomen gezählt.[1]

2.2. Zentralnervöser PNET (CNS-PNET)

Da die ersten primitiv neuroektodermalen Tumore im Gehirn meistens im Bereich oberhalb des Tentorium cerebelli lokalisiert wurden, spricht man auch vom supratentoriellen PNET. Die histologische Abgrenzung zu anderen malignen Raumforderungen des Gehirns, wie z.B. dem Pinealoblastom oder dem Medulloblastom, ist schwierig.

3. Vorkommen

Unter allen frühkindlichen und kindlichen Tumoren weisen die primitiv neuroektodermalen Tumore einen Anteil von 4 bis 6 % auf.

4. Symptome

Wie bei den meisten tumorösen Erkrankungen ist die Symptomatik stark von der Lokalisation des Tumors abhängig.

4.1. Symptomatik beim pPNET

4.2. Symptomatik beim CNS-PNET

5. Diagnose

Eine genaue Diagnose kann lediglich durch eine Biopsie und durch eine histologische Untersuchung des Biopsats erfolgen. Die Lage des Tumors wird durch bildgebende Verfahren bestimmt, hierzu zählen:

6. Therapie

7. Prophylaxe

Epidemiologische Studien in den USA haben ergeben, dass die Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft neben den Neuralrohrdefekten auch der Entwicklung eines PNET vorbeugt.

8. Prognose

Eine einheitliche Prognose ist aufgrund der verschiedenen Lokalisationen kaum möglich. Prinzipiell ist die Prognose davon abhängig, wie früh der Tumor erkannt wird und ob er vollständig entfernt werden kann.

9. Quelle

  1. AWMF Leitlinie - Ewing-Sarkom, abgerufen am 27.01.2022
Stichworte: Krebs, ZNS
Fachgebiete: Onkologie

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21.03.2024, 09:05
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