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Das Medizinlexikon zum Mitmachen.

Metastase

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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(Weitergeleitet von Metastasen)

Synonyme: Tochtergeschwulst, Tumorabsiedelung, Filia/Filiae
Englisch: metastasis

1. Definition [bearbeiten]

Metastasen sind von einem Primärtumor räumlich getrennte, gleichartige Tochtergeschwülste, die durch Verschleppung von lebensfähigen Tumorzellen entstehen. Den Prozess der Metastasenbildung bezeichnet man als Metastasierung.

Eine weitere Bedeutung des Begriffs "Metastase", die heutzutage nur noch selten genutzt wird, ist die Absiedlung von Bakterien bei eitrigem Fokus.

2. Pathogenese [bearbeiten]

Die Mechanismen der Metastasierung sind noch nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um einen sehr komplexen Prozess, der durch die Tumorzellen selbst, aber auch durch das Immunsystem und das umgebende Gewebe beeinflusst wird.

Die meisten bösartigen Tumoren werden im Gegensatz zu intakten Geweben nicht von einem bindegewebigen Stroma stabilisiert, so dass die Tumorzellen einen mehr oder minder lockeren, undifferenzierten Zellverband bilden. Der Umstand, dass sich Tumorzellen aus dem Zellverband lösen können, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Adhäsionsmoleküle auf der Zellmembran vermindert ist. Einzelne Tumorzellen oder Tumorzellgruppen, die in das umgebende Gewebe einwachsen, können so vom Blut- oder Lymphstrom erfasst und verschleppt werden.

Neben der Fähigkeit, sich aus dem Zellverband zu lösen, müssen Tumorzellen jeodch noch die Fähigkeit besitzen, sich in einem intakten Gewebe anzusiedeln. Hier kommt ihnen zugute, dass sie vom Immunsystem nicht als fremd erkannt werden. Sie müssen sich aber auch in die Gewebematrix des neuen Wirtsgewebe integrieren. Die Fähigkeit, an anderen Orten des Körpers "anzudocken", hängt vom Vorhandensein bestimmter Kollagenasen und Membranrezeptoren auf der Tumorzelloberfläche ab. Neben Laminin- und Fibronectinrezeptoren spielt in diesem Zusammenhang der Hyaluronsäure-Rezeptor eine wichtige Rolle. Er wird durch das Gen CD44 codiert.

Haben die Tumorzellen erfolgreich im gesunden Gewebe angedockt, durchbrechen sie die Basalmembran und induzieren die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese). Im weiteren Verlauf wächst die Metastase dann wie der Primärtumor invasiv unter Verdrängung des Wirtsgewebes.

Animation zur Metastasierung (englisch)

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3. Einflussgrößen [bearbeiten]

Die Wahrscheinlichkeit der Metastasierung hängt - neben den spezifischen histologischen Eigenschaften des Tumors - von vielen weiteren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem:

4. Einteilung [bearbeiten]

4.1. ...nach Abstand vom Primärtumor [bearbeiten]

4.2. ...nach dem Weg der Metastasierung [bearbeiten]

4.3. ...nach Organlokalisation [bearbeiten]

Sehr kleine, nur mit Spezialverfahren nachweisbare Metastasen bezeichnet man als Mikrometastasen. Die diffuse Metastasierung ganzer Organe oder Körperregionen bezeichnet man als Karzinose.

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