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Liquorraum

1 Definition

Der Liquorraum ist ein Hohlraumsystem im bzw. um das Gehirn und Rückenmark herum, das eine wasserklare Flüssigkeit, den Liquor enthält.

2 Einteilung

Man unterscheidet einen inneren und äußeren Liquorraum, die über die beiden Aperturae laterales und die Apertura mediana des 4. Hirnventrikels in Verbindung stehen.

2.1 Innerer Liquorraum

Der innere Liquorraum des zentralen Nervensystems wird durch ein hintereinander geschaltetes Hohlraumsystem von vier Hirnventrikeln und den Canalis centralis des Rückenmarks gebildet. Letzterer gilt als Überbleibsel aus der Embryonalentwicklung. Er spielt für den Liquorabfluss keine Rolle mehr und somit bleibt ein Verschluss ohne Folgen.

Der Liquorraum kommuniziert mit den Innenohrräumen durch den Aquaeductus cochleae. Der Druck der Perilymphe hängt damit von dem des Liquors ab. Dies ist ein Grund für den plötzlichen Hörverlust im Rahmen einer Liquorpunktion (Liquorverlust-Syndrom).

2.2 Äußerer Liquorraum

Das im Wirbelkanal liegende Rückenmark und das im Schädel liegende Gehirn wird von drei Hirnhäuten umgeben (Dura mater, Arachnoidea mater, Pia mater). Zwischen der Arachnoidea mater und der Pia mater befindet sich der spaltförmige Subarachnoidalraum, in dem der Liquor zirkuliert. Er bildet den äußeren Liquorraum.

3 Physiologie

Die Produktion des Liquors findet im Plexus choroideus des inneren Liquorraums, vorwiegend durch eine Ultrafiltration des Blutes und den aktiven Transport von Natrium-Ionen durch die Plasmamembran der Plexusepithelzellen.

Für die Resorption sind Ausstülpungen der Arachnoidea im äußeren Liquorraum verantwortlich, die intrakraniell in die venösen Blutleiter der Dura mater ragen und Arachnoidalzotten (Granulationes arachnoideales) genannt werden.

Fachgebiete: Zentralnervensystem

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