Akronym für: Growth Hormone Release
Englisch: ghrelin


Ghrelin ist ein gastrointestinales Hormon, das an der Steuerung von Hunger- und Sättigungsgefühl beteiligt ist.
Ghrelin ist ein zu den Peptidhormonen gehöriges Signalmolekül (3,5 kDa). Es wird in Form eines Prohormons synthetisiert und schließlich zu einem aktiven, 28 Aminosäuren enthaltenden Peptid gespalten.
Besonders für das Molekül ist ein an die Aminosäurekette gebundene Oktansäurerest, die für die Hormonwirkung essentiell ist.
Die Synthese des Ghrelins erfolgt vor allem in Epithelzellen im Fundusbereich des Magens, aber auch in Plazenta, Niere, Hypothalamus, Hypophyse und den ε-Zellen der Langerhans-Inseln. Über die Blutbahn gelangt das Hormon dann zu speziellen Zellen des Hypophysenvorderlappens, wo es an den GHS-Rezeptor (Growth Hormone Secretagogue Receptor) bindet und die Freisetzung von Growth Hormone stimuliert.
Neben der Freisetzung von Growth Hormone und ACTH aus den Zellen des HVL verstärkt Ghrelin das Hungergefühl. Im Plasma von fastenden Probanden lassen sich regelmäßig erhöhte Ghrelin-Werte nachweisen, die Injektion des Hormons führt zu starken Hungergefühlen. Aus diese Weise erfolgt die Signalübertragung in Form einer antagonistischen Redundanz zwischen Ghrelin und Leptin
Daneben wird dem Signalmolekül eine Fettabbau-unterdrückende Funktion zugeschrieben; es steht damit in gegensätzlicher Wirkung zum Growth Hormone.
Einige Studien zeigen erhöhte Ghrelin-Spiegel im Blut von Patienten mit Anorexia nervosa. Auch das durch fehlendes Sättigungsgefühl charakterisierte Prader-Willi-Syndrom erzeugt teilweise massiv erhöhte Ghrelin-Werte.


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