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Donovanosis

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Version vom 11. November 2020, 20:26 Uhr von Bijan Fink (8DD8187D05FC5 verschob Seite Granuloma venereum nach Donovanosis)

Synonyme: Granuloma inguinale, Granuloma venereum, Wucherbeule, Granuloma pudendi tropicum, Granuloma pudendum tropicum
Englisch: donovanosis, granuloma inguinale, GI

1. Definition

Donovanosis ist eine durch das Bakterium Klebsiella granulomatis ausgelöste sexuell übertragbare Erkrankung (STD). Dabei entstehen chronische Ulzerationen im Genitalbereich.

nicht zu verwechseln mit: Lymphogranuloma venereum

2. Epidemiologie

Die Donovanosis ist endemisch auf den karibischen Inseln, in Südamerika, Südafrika, Südostindien, Papua-Neuguinea und bei den Aborigines in Zentralaustralien. In westlichen Industrieländern ist die Prävalenz sehr niedrig. Männer erkranken ungefähr zehnmal häufiger.

3. Ätiopathogenese

Die Donovanosis wird durch eine Infektion mit Klebsiella granulomatis (früher als Calymmatobacterium granulomatis bezeichnet) ausgelöst. Es handelt sich um ein gramnegatives, fakultativ anaerob wachsendes Stäbchen mit bipolarer Chomatinverdichtung in der Giemsa- oder Wright-Färbung. Der Ereger wächst intrazellulär in Makrophagen (Donovan-Körperchen).

Die Donovanosis ist eine STD, wobei multiple und langdauernde Kontakte für die Infektion notwendig sind. Bei MSM ist ein rektaler Befall möglich.

4. Klinik

Nach einer Inkubationszeit von 1-10 Wochen entwickelt sich eine Primärläsion aus multiplen, seltener singulären, schmerzlosen Papeln oder subkutanen Knoten. Diese ulzerieren und konfluieren zu granulomatösen Hautveränderungen. Die Ulzerationen sind schmerzhaft und bluten leicht.

Ungefähr 80 % der Patienten haben nur genitale Läsionen. In ca. 10 % der unbehandelten Fälle breiten sich die Läsionen flächenhaft nach peripher aus. Inguinal entstehende subkutane Granulome werden als Pseudobubonen bezeichnet, da die Lymphknoten nicht beteiligt sein (im Gegensatz zu den "Bubonen" bei Lymphogranuloma venereum).

Durch Obstruktion der Lymphgefäße entsteht eine Elephantiasis im Genitoanalbereich. Das Allgemeinbefinden ist i.d.R. nicht beeinträchtigt. Die entstehenden Ulzerationen erleichtern weiterhin die Übertragung von HIV und von anderen Infektionserkrankungen. Sekundärinfektionen können dann zu einer Lymphadenopathie führen. Disseminierte Infektionen mit Klebsiella granulomatis sind extrem selten, in Einzelfällen wurde eine Knochen- oder Leberbeteiligung beschrieben.

5. Diagnostik

In der Regel führt die Klinik zur Diagnose.

Ein mikroskopischer Nachweis nach Abstrichentnahme und Anfärbung ist ebenfalls möglich. Dabei zeigt sich das gramnegative Stäbchen Calymmatobacterium granulomatis als Donovan-Körperchen im Zytoplasma von Makrophagen.

Der Nachweis ist ebenfalls über eine Kultur möglich.

6. Therapie

Die Therapie erfolgt mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol oder mit Tetrazyklinen über zwei Wochen.

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