Sick-Sinus-Syndrom: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 11. Juni 2020, 11:32 Uhr
Synonyme: SSS, Sinusknotensyndrom
Englisch: sick sinus syndrome, sinus node disease
Definition
Unter dem Begriff des Sick-Sinus-Syndrom werden mehrere nomotope Herzrhythmusstörungen zusammengefasst, die ihren Ursprung im Sinusknoten haben:
- Sinusbradykardie nach Ausschluss anderer Ursachen
- zeitweilig auftretender Sinusarrest bzw. eine komplette Blockierung zwischen Sinusknoten und Vorhofmyokard (= sinuatrialer Block)
- ein Wechsel zwischen supraventrikulärer Tachykardie, systolischen Pausen und Sinusbradykardie, was als Tachykardie-Bradykardie-Syndrom bezeichnet wird
Ätiologie
Ursachen für diesen Funktionsdefekt können jegliche Schädigungen des Sinusknotengewebes (z.B. im Rahmen von koronarer Herzkrankheit, Kardiomyopathie, Myokarditis) sein. Er tritt aber auch idiopathisch auf. Häufig auch durch altersbedingte Prozesse, wie die zunehmende Fibrosierung des Myokardgewebes.
Häufig ist auch Antiarrhythmika- oder Digitalisüberdosierungen die Ursachen. Das gilt vor allem für Betablocker.
Symptomatik
Wichtigste Symptome sind Tachykardie und Bradykardie.
Hierbei macht sich die Tachykardie subjektiv als "Herzklopfen", Dyspnoe und Angina pectoris bemerkbar, die Bradykardie in Gestalt von Synkopen (Adams-Stokes-Anfälle), Zeichen der Herzinsuffizienz, sowie Schwindel, Seh- und Hörstörungen.
Diagnostik
Kennzeichnend ist zunächst die typische Klinik der Erkrankung. Nach Stellen der Verdachtsdiagnose sollte mittels apparativer Diagnostik das genaue Krankheitsbild erfaßt werden, da dies für die Wahl der Therapie unerläßlich ist. Es stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
- Langzeit-EKG (Tachykardie?, Bradykardie?, Asystole Phasen?)
- Belastungs-EKG (Frequenzanstieg unter Belastung?)
- Atropin-Test (beim Sick-Sinus-Syndrom bleibt die Frequenz nach i.v.-Gabe von 2mg Atropin <80/min; Kontraindikation für diesen Test: Glaukom, Prostataadenom)
- Vorhofstimulationstest
Therapie
Bei Bradykardie mit klinischer Symptomatik muss der Patient mit einem Herzschrittmacher versorgt werden. Dies gilt insbesondere wenn eine unbedingt notwendige und somit nicht absetzbare Medikation ursächlich ist. Bei Vorliegen eines Bardykardie-Tachykardie-Syndroms wird der Schrittmacher mit Antiarrhythmika kombiniert. Bei Patienten ohne klinische Symptomatik kann meist auf einen Schrittmacher verzichtet werden.