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==Methoden der Histologie ==
==Methoden der Histologie ==
Klassische chemische Färbemethoden sind:
 
=== Fixierung ===
Das zu untersuchende Gewebestück muss zunächst fixiert werden. Die [[Fixierung]] dient dazu, die [[Enzymatisch|enzymatische]] [[Autolyse]] des Gewebes zu verhindern und die Probe zu stabilisieren. Man unterscheidet u.a. die [[Kryofixierung]] durch Kälte ([[Gefrierschnitt]]) und die chemische Fixierung durch [[Formaldehyd]]-Lösung oder [[Ethanol]].
 
=== Einbettung ===
Das fixierte Präparat wird durch organische [[Lösemittel]] (Ethanol, [[Xylol]]) entwässert und in der Regel in [[Paraffin]] eingebettet. Dadurch wird der Gewebeblock verfestigt und lässt sich schneiden.
 
=== Gewebeschnitt ===
Mithilfe eines [[Mikrotom|Mikrotoms]] können Präparate in der notwendige Stärke für das Lichtmikroskop hergestellt werden. Je nach Untersuchungszweck werden mehrere Schnitte erstellt. Die gewonnenen Schnitte werden dann auf [[Objektträger]] aufgebracht.
 
=== Entparaffinierung ===
Im nächsten Schritt wird das verbliebene Paraffin wieder aus dem Präparat herausgelöst, um die Färbung zu ermöglichen. Dafür verwendet man z.B. Xylol.
 
=== Färbung ===
Die [[Färbung]] dient der Kontrastierung des Gewebes und der besseren Erkennbarkeit seiner Strukturelemente. Klassische chemische Färbemethoden sind:
*[[HE-Färbung|HE]] (Hämatoxilin-Eosin)
*[[HE-Färbung|HE]] (Hämatoxilin-Eosin)
*[[Azan]] (Azokarmin-Anilinblau)
*[[Azan]] (Azokarmin-Anilinblau)
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* [[Eisenhämatoxylin nach Weigert]]
* [[Eisenhämatoxylin nach Weigert]]
*Eisenhämatoxylin nach Heidenhain (EH)
*Eisenhämatoxylin nach Heidenhain (EH)
Diese sind zum Teil von der Gewebeart, der Schnittdicke und den weiteren Untersuchungsmethoden abhängig. Sie können durch immunologische Methoden ergänzt worden. Das zu untersuchende Gewebestück muss vor dem Schnitt fixiert werden und wird dazu eingefroren, meist aber durch verschiedene organische [[Lösemittel]] in einen festen Zustand - in der Regel in [[Paraffin]] eingebettet - gebracht. Danach können Präparate in der notwendige Stärke für das Lichtmikroskop erstellt werden. Je nach Untersuchungszweck werden mehrere Schnitte erstellt. Zu beachten ist dabei, dass einige Farbstoffe wasserlöslich sind und somit eine Färbung nach dem Schnitt und der Einbettung in Paraffin nicht mehr ohne weiteres möglich ist.
Die Färbemethoden sind u.a. vom Untersuchungsfokus, von der Gewebeart und der Schnittdicke abhängig. Sie können durch immunologische Methoden ergänzt worden. Gefärbte Präparate können mittels einer [[Histologisches Zeichnen|histologischen Zeichnung]] dargestellt werden, in der Regel wird jedoch ein Foto oder ein Scan angefertigt.


Gefärbte Präparate können mittels einer [[Histologisches Zeichnen|histologischen Zeichnung]] dargestellt werden, in der Regel wird jedoch ein Foto oder ein Scan angefertigt.
Zu beachten ist, dass einige Farbstoffe wasserlöslich sind und somit eine Färbung nach dem Schnitt und der Einbettung in Paraffin nicht mehr ohne weiteres möglich ist.


Für das Elektronenmikroskop wird keine Färbung vorgenommen, sondern es werden die Oberflächenstrukturen z.B. durch Metallpartikel „sichtbar“ gemacht.
Für das Elektronenmikroskop wird keine Färbung vorgenommen, sondern es werden die Oberflächenstrukturen z.B. durch Metallpartikel „sichtbar“ gemacht.

Aktuelle Version vom 25. März 2024, 19:48 Uhr

von altgriechisch: ιστός ("histos") - Webstuhl, Gewebe
Synonym: mikroskopische Anatomie
Englisch: histology

Definition

Histologie ist die Wissenschaft von den biologischen Geweben, und damit ein Teilgebiet der Medizin und Biologie, genauer der Anatomie und der Pathologie.

Aufgaben

Die traditionelle Histologie untersucht dünne Gewebsschnitte mittels besonderer Färbetechniken. Ein wesentliches Arbeitsmittel ist das Lichtmikroskop, heute durch das höher auflösende Elektronenmikroskop ergänzt.

3D-Modell: Lichtmikroskop

Anhand histologischer Schnitte lassen sich oft sehr genaue Diagnosen stellen. In der Medizin gilt deshalb das Prinzip, dass jedes operativ entfernte Gewebe histologisch untersucht werden sollte. Ein histologischer Befund ist insbesondere dann gefordert, wenn es darum geht die potentielle Malignität einer Gewebeveränderung abzuklären.

Will man bei einem Organ eine histologische Untersuchung anstellen ohne das Organ wesentlich zu schädigen oder ganz zu entfernen, dann entnimmt man eine gezielte Biopsie.

Ein neuerer Zweig der Histologie, der vor allem durch die Entwicklung der Endomikroskopie getragen wird, ist die vergrößerte Betrachtung und Beurteilung lebender Gewebe, die In-vivo-Histologie.

Methoden der Histologie

Fixierung

Das zu untersuchende Gewebestück muss zunächst fixiert werden. Die Fixierung dient dazu, die enzymatische Autolyse des Gewebes zu verhindern und die Probe zu stabilisieren. Man unterscheidet u.a. die Kryofixierung durch Kälte (Gefrierschnitt) und die chemische Fixierung durch Formaldehyd-Lösung oder Ethanol.

Einbettung

Das fixierte Präparat wird durch organische Lösemittel (Ethanol, Xylol) entwässert und in der Regel in Paraffin eingebettet. Dadurch wird der Gewebeblock verfestigt und lässt sich schneiden.

Gewebeschnitt

Mithilfe eines Mikrotoms können Präparate in der notwendige Stärke für das Lichtmikroskop hergestellt werden. Je nach Untersuchungszweck werden mehrere Schnitte erstellt. Die gewonnenen Schnitte werden dann auf Objektträger aufgebracht.

Entparaffinierung

Im nächsten Schritt wird das verbliebene Paraffin wieder aus dem Präparat herausgelöst, um die Färbung zu ermöglichen. Dafür verwendet man z.B. Xylol.

Färbung

Die Färbung dient der Kontrastierung des Gewebes und der besseren Erkennbarkeit seiner Strukturelemente. Klassische chemische Färbemethoden sind:

Die Färbemethoden sind u.a. vom Untersuchungsfokus, von der Gewebeart und der Schnittdicke abhängig. Sie können durch immunologische Methoden ergänzt worden. Gefärbte Präparate können mittels einer histologischen Zeichnung dargestellt werden, in der Regel wird jedoch ein Foto oder ein Scan angefertigt.

Zu beachten ist, dass einige Farbstoffe wasserlöslich sind und somit eine Färbung nach dem Schnitt und der Einbettung in Paraffin nicht mehr ohne weiteres möglich ist.

Für das Elektronenmikroskop wird keine Färbung vorgenommen, sondern es werden die Oberflächenstrukturen z.B. durch Metallpartikel „sichtbar“ gemacht.

Gewebearten

Lernhilfe

Literatur

  • Schiebler, "Histologie", Springer-Verlag,
  • Leonhardt H., "Histologie, Zytologie und Mikroanatomie des Menschen", Thieme-Verlag,
  • Kühnel W., "Taschenatlas der Zytologie, Histologie und mikroskopischen Anatomie", Thieme-Verlag