Zervikale Lymphadenopathie
Synonyme: Halslymphknotenvergrößerung, geschwollene Halslymphknoten
Englisch: cervical lymphadenopathy, cervical lymph node enlargement
Definition
Die zervikale Lymphadenopathie ist eine Vergrößerung der Halslymphknoten. Sie kann entzündlich, infektiös, reaktiv, autoimmun oder neoplastisch bedingt sein.
Ätiologie
Mögliche Ursachen einer zervikalen Lymphadenopathie sind unter anderem:
- Infektionen im Abflussgebiet der Lymphknoten: Dentogene Abszesse, Parodontitis, Tonsillitis
- systemische Virusinfekte: Mononucleosis infectiosa, Röteln, CMV-Infektion, Adenovirusinfektion, HIV u.v.a
- Lymphome, z.B. Hodgkin-Lymphom
- Metastasen solider Tumoren, z.B. bei Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Hals-Bereich
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst die Inspektion der Kopf-Hals-Region, die Inspektion der Mundhöhle sowie die Palpation des Halses, gegebenenfalls ergänzt durch eine Lymphknotensonographie.
Bei der Palpation achtet man auf Größe (z.B. >1 cm) und Konsistenz der Lymphknoten sowie auf ihre Verschieblichkeit bzw. Fixierung. Druckschmerzhafte, weich verschiebliche Lymphknoten weisen auf eine entzündliche Genese hin. Derbe, schmerzlose und schlecht verschiebliche Lymphknotenschwellungen können maligne Ursachen haben.
Anamnestisch sollte eine B-Symptomatik (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust) abgefragt werden.
Bei unklaren, persistierenden oder suspekten Befunden kommen weiterführende Verfahren wie Laboruntersuchungen, Lymphknotenbiopsie, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie zum Einsatz.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei infektiöser Genese steht die Behandlung der Primärerkrankung im Vordergrund, bei malignitätsverdächtigen Befunden die weitere onkologische Abklärung.