Validieren (Psychotherapie)
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.
Definition
Validieren bezeichnet in der Psychotherapie eine kommunikative Intervention, bei der subjektive Erlebnisinhalte eines Patienten als innerlich nachvollziehbar anerkannt werden, ohne deren faktische Richtigkeit, Angemessenheit oder Konsequenzen zu bestätigen. Der Begriff beschreibt einen interaktionellen Vorgang innerhalb der therapeutischen Beziehung.
Hintergrund
Das Validieren entwickelte sich aus der humanistischen und der behavioralen Psychotherapie des 20. Jahrhunderts. Eine systematische Konzeptualisierung erfolgte insbesondere im Rahmen der dialektisch-behavioralen Therapie nach Linehan. Bezüge bestehen zu klientenzentrierten Ansätzen nach Carl Rogers sowie zu Verfahren der Mentalisierung und der emotionsfokussierten Therapie.
Funktionen
Validieren dient der Strukturierung emotionaler Erlebnisinhalte innerhalb therapeutischer Interaktionen. Die Intervention beeinflusst Prozesse der Emotionsregulation im Gesprächsverlauf und stabilisiert die therapeutische Arbeitsbeziehung. Eine Legitimation dysfunktionaler Verhaltensweisen ist nicht Bestandteil der Technik.
Validierende Interventionen werden in unterschiedlichen psychotherapeutischen Verfahren eingesetzt. Eine besondere Bedeutung besteht bei Störungsbildern mit ausgeprägter emotionaler Dysregulation, insbesondere bei Persönlichkeitsstörungen wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Der Einsatz erfolgt in Einzel- sowie Gruppentherapien.
Abgrenzung
Validieren ist von Zustimmung, Rechtfertigung oder Verharmlosung abzugrenzen. Im Unterschied zur Empathie fokussiert die Intervention auf die explizite Anerkennung der subjektiven inneren Logik emotionaler Reaktionen. Gegenüber Spiegelungstechniken besteht eine zusätzliche Anerkennungsebene auf Prozessebene, nicht auf Verhaltensebene.
Besonderheiten
Die Anwendung validierender Interventionen ist kontext- und kulturabhängig. Unpräzise oder inkonsistente Validierung kann zu Missverständnissen im therapeutischen Prozess führen. Eine klare Trennung zwischen emotionaler Anerkennung und normativer Bewertung bleibt erforderlich.
Künstliche Intelligenz
Im Rahmen des Stress-Vulnerabilitäts-Modells wird Validieren als möglicher Risikofaktor für die Entwicklung einer KI-assoziierten Psychose diskutiert. Fallberichte deuten darauf hin, dass wahnhafte oder psychotische Gedankeninhalte durch KI-gesteuerte Chatbots mitunter so weit verstärkt werden, dass es zu einer Manifestierung von psychotischen Symptomen kommt. Als Risikogruppen werden psychisch vorerkrankte Patienten (z. B. mit bipolarer Störung oder paranoider Schizophrenie) beschrieben. Ob auch gesunde Patienten gefährdet sind, ist aktuell (Stand 2026) noch unklar.[1]
Beleg
- ↑ Marc Augustin: KI-assoziierte Psychose: Erkenntnisse aus ersten Fällen. Nervenarzt. 2025; doi:10.1007/s00115-025-01909-4.
Literatur
- Linehan, M. M. (1993). Cognitive-behavioral treatment of borderline personality disorder. Guilford Press.
- Rogers, C. R. (1951). Client-centered therapy; its current practice, implications, and theory. Houghton Mifflin.