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Toxoplasmose (Hund)

Synonym: Canine Toxoplasmose
Englisch: toxoplasmosis

1 Definition

Die Toxoplasmose des Hundes ist eine Infektionskrankheit, die durch den intrazellulär lebenden Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird.

2 Epidemiologie

Toxoplasma gondii ist weltweit verbreitet und verursacht persistierende Infektionen bei vielen Säugetieren und Vögeln, die als Zwischenwirte dienen. Für immunkompetente Wirte - einschließlich Mensch - geht von diesen Protozoen meistens nur eine sehr geringe Pathogenität aus.

Katzen sowie andere Feliden sind Endwirte und können nach einer Erstinfektion große Mengen an Oozysten ausscheiden. Dadurch können sowohl andere Tiere als auch der Mensch infiziert werden.

3 Erreger

Toxoplasma gondii ist ein Parasit aus der Gattung Toxoplasma innerhalb der Familie der Sarcocystidae (Ordnung: Eimeriida). Er kommt in Europa vorwiegend in drei dominierenden Stämmen vor (Typ I bis III). Die Oozysten sind rundlich, farblos und im Mittel 12 x 10 µm groß. Im sporulierten Zustand enthalten sie 2 Sporozysten mit je 4 Sporozoiten.

Die sporulierten Oozysten stellen sowohl für die Endwirte als auch die Zwischenwirte das infektiöse Stadium dar.

4 Pathogenese

Hunde infizieren sich entweder durch die orale Aufnahme von Zysten in rohem Fleisch von Zwischenwirten (u.a. Schafe, Ziegen, Schweine, Kaninchen oder Wildtiere) oder durch die Aufnahme sporulierter Oozysten aus der Umgebung.

5 Klinik

Da Toxoplasma gondii ein opportunistisches Pathogen beim Hund ist, erkranken immunkompetente Tiere nur äußerst selten. Eine Infektion verläuft in der Regel subklinisch, sodass meist nur bei jungen (< 1 Jahr) bzw. immunsupprimierten Hunden eine klinisch manifeste Erkrankung entsteht. Diese Tiere leiden v.a. an respiratorischen oder neuromuskulären Symptomen. In der Literatur sind auch generalisierte und tödliche Verlaufsformen beschrieben.

6 Differenzialdiagnose

Aufgrund der ähnlichen Klinik muss v.a. eine Neosporose ausgeschlossen werden.

7 Diagnose

Beim Hund wird eine klinisch manifeste Toxoplasmose serologisch nachgewiesen und (aufgrund der hohen Durchseuchungsrate) mittels PCR (Liquor cerebrospinalis) bestätigt.

8 Therapie

Eine spezifische Therapie ist nur in Ausnahmefällen (schwere klinische Verlaufsformen) indiziert. Eine Behandlung kann mit Clindamycin (10 bis 12 mg/kgKG BID p.o. über 4 Wochen) versucht werden.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

9 Zoonotische Bedeutung

Die Toxoplasmose zählt zu den weltweit bedeutendsten parasitären Zoonosen. Obwohl das Risiko einer Erkrankung bei immunkompetenten Menschen äußerst gering ist, können immungeschwächte Personen sowie schwangere Frauen schwer erkranken.

10 Quellen

  • Niemand HG (Begr.). Suter PF, Kohn B, Schwarz G (Hrsg.). 2012. Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke-Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1125-3.
  • Eckert J, Friedhoff KT, Zahner H, Deplazes P. 2008. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1072-0
  • European Scientific Counsel Companion Animal Parasites. Bekämpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und Katzen. Adaption der ESCCAP-Empfehlung für die Schweiz Nr. 6, Mai 2013 (abgerufen am 10.02.2021)

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Februar 2021 um 22:41 Uhr bearbeitet.

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