Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Angina Plaut-Vincent

(Weitergeleitet von Tonsillitis ulceromembranacea)

nach dem deutschen Bakteriologen H.-K. Plaut und dem französischen Bakteriologen H. Vincent
Synonyme: Tonsillitis ulceromembranacea, Angina ulceromembranacea, Angina Plaut-Vincenti
Englisch: trench mouth, Vincent's angina

1 Definition

Die Angina Plaut-Vincent ist eine relativ seltene Form der Tonsillitis (Mandelentzündung). Sie ist die bekannteste Form der sogenannten Fusotreponematosen, die auch außerhalb der Tonsillen auf Rachenschleimhaut und Zahnfleisch auftreten können.

2 Ätiologie

Verursacht wird eine Angina Plaut-Vincent durch eine Mischinfektion mit dem schraubenförmig gewundenen sauerstoffempfindlichen Spirochäten Treponema vincenti und anaerober Mischflora (spindelförmige Fusobakterien).

3 Klinik

Charakteristisch für die Angina Plaut-Vincent sind einseitig auftretende Halsschmerzen begleitet von Schluckbeschwerden. Das Allgemeinbefinden ist oft wenig gestört und es zeigen sich afebrile Körpertemperaturen.

Es bildet sich ein schmerzloses, meist einseitiges Geschwür an der Gaumenmandel, das mit Gewebsuntergang (nekrotisierende Ulzerationen) der Schleimhaut einhergeht. Typisch ist hierbei ein übelriechender, grau-grünlicher schmieriger Belag. Er unterscheidet sich deutlich von den weißen Stippchen der häufigeren Streptokokken-Tonsillitis. Darüber hinaus kann eine Parodontitis auftreten. Von der Erkrankung sind häufiger Jugendliche betroffen.

Eine Komplikation bildet die brandige Zerstörung der Wange (Noma). Sie tritt insbesondere bei Immunschwäche auf.

4 Diagnostik

Die Diagnose wird mittels eines Rachenabstriches gesichert. Unter dem Mikroskop können die beiden verursachenden Bakterienarten (Treponema vincenti und spindelförmige Fusobakterien) identifiziert werden.

5 Therapie

Die Erkrankung wird üblicherweise wie bei einer ausgeprägteren Streptokokken-Tonsillitis mit Antibiotika behandelt. Dabei kommen vor allem Aminopenicilline (z.B. Amoxicillin), bei deren Unverträglichkeit Makrolide (z.B. Clarithromycin) oder Tetracycline (z.B. Doxycyclin) zum Einsatz. Die Behandlung sollte ausreichend lange, beispielsweise über volle 7-10 Tage erfolgen.

Diese Seite wurde zuletzt am 2. Februar 2021 um 20:22 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

18 Wertungen (3.39 ø)

128.247 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: