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Organum subcommissurale

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Synonyme: Subcommissuralorgan, Subkommissuralorgan, SCO
Englisch: subcommissural organ

1 Definition

Das Organum subcommissurale, kurz SCO, ist eine kleine ependymale Drüse, die zu den zirkumventrikulären Organen gehört. Sie ist im dorsokaudalen Abschnitt des 3. Hirnventrikels gelegen, am Eingang des Aquaeductus mesencephali.

2 Hintergrund

Das Organum subcommissurale ist eine phylogenetisch alte und konservierte Struktur des Gehirns. Ihr Name weist auf die Lage an der Commissura posterior hin. Die genaue Funktion des SCO ist noch nicht abschließend geklärt.

3 Histologie

Die Zellen des Organum subcommissurale sind auf die Sekretion von Glykoproteinen spezialisiert. Man kann zwei Zellschichten unterscheiden, das Ependym und das unter ihm gelegene Hypendym. Das Ependym ist durch sehr hohe, zylindrische Zellen charakterisiert, die ihr Sekret in den ventrikulären Liquor cerebrospinalis entleeren. Das Hypendym enthält zahlreiche Blutkapillaren und Gliazellen und ragt in den Subarachnoidalraum.

Innerhalb der Ependymzellen kann man verschiedene Zonen unterscheiden. Die perinukleäre Region enthält ein dichtes raues endoplasmatisches Retikulum (RER) mit großen erweiterten Zisternen. Die subapikale Region weist zahlreiche Mikrotubuli, Mitochondrien und glattes endoplasmatisches Retikulum auf. Dazwischen befindet sich eine Intermediärregion mit RER und ausgeprägtem Golgi-Apparat. Die apikale Region schließlich entsendet lange Zellfortsätze in den Hirnventrikel.

4 Funktion

Das Organum subcommissurale ist - wie die anderen zirkumventrikulären Organe - in die Sekretion und Reabsorption des Liquors involviert. Die Ependymzellen des SCO bilden ferner Transthyretin - ein Protein, das für den Transport von Schilddrüsenhormonen und Retinol in Blut und Liquor eine wichtige Rolle spielt.

Darüber hinaus sezernieren die Ependymzellen hochmolekulare Glykoproteine (u.a. Spondin) in den Liquor, die dort während der ZNS-Entwicklung zu Filamenten kondensieren, den so genannten Reissner-Fasern. Sie stimulieren in vitro die Ausbildung neuronaler Axone, was die Vermutung nahe legt, dass das Organum subcommissurale eine Rolle bei der Embryonalentwicklung des ZNS spielt.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass Spondin einen wesentlichen Einfluss auf die Liquorzirkulation hat. Bei Mangel oder Fehlen dieses Glykoproteins kommt es zur Entstehung eines Hydrozephalus.[1]

5 Quellen

  1. J David J. Picketts: Neuropeptide signaling and hydrocephalus: SCO with the flow. Clin Invest. 2006 Jul 3; 116(7): 1828–1832. doi: 10.1172/JCI29148 PMCID: PMC1483144

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