Schilddrüsenwert
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LoslegenDefinition
Als Schilddrüsenwerte bezeichnet man in der klinischen Alltagssprache die Laborparameter, die zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion sowie im Rahmen der Diagnostik und Verlaufskontrolle von Schilddrüsenerkrankungen bestimmt werden.
Parameter
Schilddrüsenwerte im engeren Sinn
Zu den Funktionsparametern zählen:
Die Bestimmung der freien Schilddrüsenhormone ist in der Regel aussagekräftiger als die Bestimmung von Gesamt-T4 bzw. Gesamt-T3, da letztere unter anderem von der Konzentration der Transportproteine beeinflusst werden.
Erweiterte Diagnostik
Abhängig von der klinischen Fragestellung können weitere Laborparameter bestimmt werden:
- Schilddrüsenantikörper (TRAK, TPO-Ak und Tg-Ak)
- Thyreoglobulin
- Calcitonin
- Thyroxinbindendes Globulin (TBG)
Thyreoglobulin und Calcitonin sind keine Funktionsparameter im engeren Sinn, sondern Tumormarker. Thyreoglobulin dient der Verlaufskontrolle nach Thyreoidektomie bei differenziertem Schilddrüsenkarzinom, wobei zirkulierende Tg-Ak die Messung verfälschen können, während Calcitonin als Marker des medullären Schilddrüsenkarzinoms bestimmt wird.
Interpretation
TSH, fT4, fT3
Die Interpretation der Schilddrüsenwerte erfolgt unter Berücksichtigung von Referenzbereich, klinischer Situation, Begleiterkrankungen und Medikamenteneinnahme. Bei intakter Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse ist TSH der wichtigste Wert zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion. Bei auffälligem TSH werden vor allem fT4 und ggf. fT3 zur weiteren Einordnung herangezogen. Typische Konstellationen sind:
- erhöhtes TSH, erniedrigtes fT4: primäre manifeste Hypothyreose
- erhöhtes TSH, normales fT4: subklinische Hypothyreose
- supprimiertes TSH, erhöhtes fT4 und/oder fT3: manifeste Hyperthyreose
- supprimiertes TSH, normale freie Schilddrüsenhormone: subklinische Hyperthyreose
- erniedrigtes oder inadäquat normales TSH bei erniedrigtem fT4: Hinweis auf eine zentrale Hypothyreose
- erhöhtes oder inadäquat normales TSH bei gleichzeitig erhöhtem fT4: Hinweis auf ein TSH-produzierendes Hypophysenadenom oder eine Schilddrüsenhormonresistenz; differentialdiagnostisch sind zunächst Assay-Interferenzen auszuschließen
Bei schwerer Allgemeinerkrankung kann im Rahmen eines Low-T3-Syndroms (Non-Thyroidal-Illness-Syndrom) fT3 bzw. auch fT4 bei normalem oder nur gering verändertem TSH erniedrigt sein, ohne dass eine primäre Schilddrüsenerkrankung vorliegt; die Interpretation der Schilddrüsenwerte bei kritisch kranken Patienten erfordert daher besondere Zurückhaltung.
In der Schwangerschaft gelten trimesterspezifische Referenzbereiche mit einer niedrigeren TSH-Obergrenze als bei Nichtschwangeren, sodass Schilddrüsenwerte in dieser Situation gesondert zu interpretieren sind.
Schilddrüsenantikörper
Schilddrüsenantikörper dienen primär der ätiologischen Einordnung, insbesondere bei Verdacht auf eine Autoimmunthyreopathie, und sind keine direkten Funktionsparameter.