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SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktion

Abkürzung: PSSD
Englisch: Post-SSRI sexual dysfunction

1 Definition

Die SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktion, kurz PSSD, beschreibt einen Symptomkomplex aus sexuellen Funktionsstörungen, der als Folge einer Therapie mit selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRI) auftreten kann. Eine PSSD kann nach Beendigung der SSRI-Einnahme noch Jahre anhalten, oder sogar dauerhaft bestehen bleiben.

2 Epidemiologie

Es liegen zur Zeit (2018) keine zuverlässigen Zahlenangaben zur Prävalenz der PSSD vor. Gemäß einer Multizenterstudie mit 1.022 Patienten liegt die Inzidenz sexueller Funktionsstörungen unter der Therapie mit SSRI zwischen 58 und 72%.[1]

3 Symptome

4 Ursachen

Eine exakte pharmakologische Erklärung der durch die SSRI hervorgerufenen sexuellen Störungen gibt es bislang (2018) nicht. Es existieren u.a. folgende Theorien:

Die meisten dieser Erklärungsmodelle werden kontrovers diskutiert, da sie kein befriedigendes Erklärungsmodell für die PSSD bieten. Ein aktueller Review (2018) der vorhandenen Literatur kommt zu dem Schluss, dass weitere Studien notwendig sind, um die genaue Pathophysiologie der PSSD zu erforschen.[2]

5 Therapie

Da die genaue Pathogenese des PSSD ungeklärt ist, existiert bisher keine ursächliche Therapie.

6 Quellen

  1. Montejo AL, Llorca G, Izquierdo JA, Rico-Villademoros F.: Incidence of sexual dysfunction associated with antidepressant agents: a prospective multicenter study of 1022 outpatients. Spanish Working Group for the Study of Psychotropic-Related Sexual Dysfunction. J Clin Psychiatry. 2001;62 Suppl 3:10-21.
  2. Bala A, Nguyen HMT, Hellstrom WJG: Post-SSRI Sexual Dysfunction: A Literature Review. Sex Med Rev. 2018 Jan;6(1):29-34. doi: 10.1016/j.sxmr.2017.07.002. Epub 2017 Aug 1.

Diese Seite wurde zuletzt am 28. November 2019 um 20:56 Uhr bearbeitet.

Steht ja bereits im Text.
#3 am 18.11.2019 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Trotz Absetzen von SSRI können die Nebenwirkungen als post-SSRI sexuelle Dysfunktion (PSSD) fortbestehen (a-t 2019; 50: 64). Der durch eine 2018 aufgenommenes Risikobewertungsverfahren der Arzneimittelaufsichtsbehörde veranlaßte Warnhinweis in der Produktinformation fällt kurz aus. Ärzte fordern die konkrete Benennung der Nebenwirkung zur Verbesserung der Information der Patienten.
#2 am 16.11.2019 von Dr. med. Martin P. Wedig (Arzt | Ärztin)
Vielleicht ist die PSSD ja auch so extrem selten, da die Hemmschwelle bei Männern groß ist, über so ein "Problem" zu sprechen...
#1 am 10.03.2014 von Marina Middelkamp (Heilpraktiker/in)

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