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Blutdruckamplitude

(Weitergeleitet von Pulsdruck)

Synonyme: RR-Amplitude, Pulsdruck, Pulsamplitude

1 Definition

Die Blutdruckamplitude ist die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck. Bei einem Blutdruck von beispielsweise 140/90 mmHg beträgt die Blutdruckamplitude also 50 mmHg.

2 Hintergrund

Die Blutdruckamplitude wird auch als Pulsdruck oder Pulsamplitude bezeichnet. Sie ist proportional zum Schlagvolumen und umgekehrt proportional zur Compliance der Aorta. Das Integral der Blutdruck-Zeit-Kurve ist das Produkt aus mittlerem arteriellen Blutdruck (MAD) und Zeit oder auch der Quotient aus MAD und Herzfrequenz.

3 Physiologie

Die Höhe der Blutdruckamplitude wird maßgeblich durch die Gefäßelastizität, das Schlagvolumen und die Dauer der Diastole bestimmt. Physiologischerweise dehnen sich die herznahen Gefäße während der Systole aus und führen durch ihre Windkesselfunktion zu einer Reduzierung der Blutdruckamplitude zwischen Systole und Diastole. Eine verringerte Gefäßelastizität v.a. der Aorta und der großen Arterien bedingen im Umkehrschluss eine erhöhte Blutdruckamplitude. Einen ähnlichen Effekt hat die Vergrößerung des Schlagvolumens, wenn die Windkesselfunktion der großen Arterien ausgeschöpft ist.

4 Abweichungen

Die normale Blutdruckamplitude beträgt in Ruhe etwa 40 mmHg. Der Wert kann entweder vergrößert oder vermindert sein. Dabei ist zu beachten, dass eine größere Blutdruckamplitude unter körperlicher Belastung physiologisch ist. Werte bis zu 65 mmHg gelten als normal, bis zu 75 mmHg als "leicht erhöht". Ab 75 mmHg ist die Blutdruckamplitude "moderat" erhöht, bei mehr als 90 mmHg "stark erhöht". Mit jeder Pulsdruck-Steigerung um 10 mmHg steigt das kardiovaskuläre Risiko um etwa 20 Prozent.

4.1 Vergrößerte Blutdruckamplitude

Ursachen für eine vergrößerte Blutdruckamplitude sind u.a.:

4.2 Verminderte Blutdruckamplitude

Bei einem Widerstandshochdruck (arterielle Hypertonie) ist die Blutdruckamplitude in der Regel nicht verringert.

5 Klinik

Eine hohe Blutdruckamplitude erhöht das kardiovaskuläre Risiko, da sie in den Blutgefäßen zu vermehren Scherkräften führt. Dadurch wird ein Aufreißen arteriosklerotischer Plaques begünstigt.

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Fachgebiete: Physiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 15. März 2021 um 08:08 Uhr bearbeitet.

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