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Pseudomembranöse Colitis

(Weitergeleitet von Pseudomembranöse Kolitis)

Synonym: Pseudomembranöse Enterocolitis
Englisch: pseudomembranous colitis

1 Definition

Die pseudomembranöse Colitis ist eine Entzündung des Dickdarmes (Colitis) und gelegentlich des eigentlich bakterienarmen Dünndarms mit Fibrinbelägen auf der Mukosa.

2 Pathomechanismus

Durch lange andauernde Antibiotikatherapie werden große Teile der physiologischen Darmflora abgetötet, und antibiotikaresistente Stämme, vor allem Bakterien der Spezies Clostridium difficile, vermehren sich verstärkt. Sie können das gesamte Colon besiedeln und Clostridum-difficile-Toxine A und B absondern, die eine Entzündungsreaktion hervorrufen.

Durch die produzierten Toxine kommt es zur Zerstörung des Zytoskeletts und Lockerung der Zell-Zell-Verbindungen der Enterozyten. Sie bedingt im weiteren Verlauf eine hämorrhagische Flüssigkeitssekretion.

Die Entzündung triggert durch Zytokin-induzierte Mastzelldegranulation eine Exsudation von Fibrin, Muzinen, Leukozyten und Zelldetritus. Insbesondere das Fibrin lagert sich auf den Innenseiten der Colonwände ab und vermittelt so den Eindruck, es seien Membranen im Darm entstanden, was zur Namensgebung der "Pseudomembranen" (da abstreifbar) führte.

siehe auch: Clostridium-difficile-assoziierte Diarrhö

Auch ischämische Enterocolitiden können gelegentlich als pseudomembranöse Colitis imponieren.

3 Diagnostik

Clostridien-spezifische Glutamatdehydrogenase (GDH, empfohlener Suchtest) und Clostridium-difficile-Toxin (CDT) können aus dem Stuhl bestimmt werden und erlauben einen spezifischen Nachweis von Clostridien als Ursache der pseudomembranösen Colitis.

4 Therapie

Therapie der Wahl ist bei Clostridium-difficile-Befall die orale Gabe von Metronidazol, bei Nichtansprechen folgt die orale Gabe von Vancomycin, welches nicht resorbiert wird und lokale Wirkung entfaltet. Weitere Alternativen sind Teicoplanin und das seit Dezember 2011 zur Behandlung der CDAD zugelassene Makrozyklinantibiotikum Fidaxomicin.

Eine weitere therapeutische Option ist die fäkale Bakteriotherapie ("Stuhltransplantation"). Die Rationale hinter diesem Therapieansatz ist, den Darm gezielt mit einer Mischflora zu besiedeln. Durch die Konkurrenz der eingebrachten Keime kann sich Clostridium-difficile schlechter ausbreiten.

Righto. Fixed.
#2 am 12.03.2018 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt)
Fidaxomicin ist doch ein Makrocyclin kein Makrolid
#1 am 11.03.2018 von Katrin Thürlings (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))

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