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Primäre Polydipsie

Englisch: primary polydipsia

1 Definition

Als primäre Polydipsie bezeichnet man einen gesteigerten Flüssigkeitskonsum ohne Grunderkrankung.

2 Hintergrund

Exzessive Wasserzufuhr führt über eine Abnahme der Serum-Osmolalität zu einer physiologischen Hemmung der ADH-Sekretion und damit zu einer vermehrten Wasserausscheidung mit dem Urin. Eine Polyurie kommt sehr oft mit einer primären Polydipsie zusammen.

3 Ätiologie

Im Kleinkindesalter ist die primäre Polydipsie eine häufige Ursache der Polyurie.
Beim Erwachsenen kann die primäre Polydipsie psychische Ursachen haben (z.B. Schizophrenie, manische Phase einer bipolaren Psychose, Anorexia Nervosa), medikamentös bedingt sein (Mundtrockenheit durch anticholinerg wirkende Substanzen, z.B. Psychopharmaka) oder in sehr seltenen Fällen auf organischen Läsionen beruhen.

4 Diagnose

Als Differentialdiagnose steht dann immer ein Diabetes insipidus im Raum. Man macht normalerweise ein Dursttest. Bei Personen mit einer Hyponatriämie und einem Anstieg der Urin-Osmolalität auf mehr als 800 mmol/kg erscheint eine primäre Polydipsie wahrscheinlicher.

Fachgebiete: Nephrologie

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Januar 2016 um 12:09 Uhr bearbeitet.

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