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Plattfuß

(Weitergeleitet von Pes planus)

Synonym: Pes planus

1 Definition

Der Plattfuß ist eine Fehlstellung des Fußes, die sowohl angeboren als auch erworben sein kann. Merkmal ist das nach unten durchgedrückte Längsgewölbe des Fußes. Bei einem Plattfuß sinkt der mediale Tragstrahl des Fußes ein. Er ist oft kombiniert mit einem Knick-Spreizfuß. Die Patienten leiden vor allem unter Schmerzen am Ligamentum calcaneonaviculare plantare.

2 Formen und Merkmale

2.1 Angeborener Plattfuß

Der angeborene Plattfuß wird auch als Pes planus congenitus, Schaukelfuß oder Tintenlöscherfuß bezeichnet. Hier ist das Längsgewölbe des Fußes bereits bei der Geburt nach unten durchgebogen. Die Fußsohle ist konvex, der Fußrücken konkav geformt. Der Vorfuß ist abduziert (nach außen gebogen), nach hinten (dorsal) gestreckt und der Rückfuß ist nach innen gedreht. Die Ferse steht hoch. Charakteristisch für den angeborenen Plattfuß ist die Steilstellung des Talus (Sprungbein).

2.2 Erworbener Plattfuß

Der erworbene Plattfuß entsteht durch eine ungenügende Funktion von Muskeln und Bändern, die zu einem Einsinken des Fußlängsgewölbes führen. Zudem verhindert das Tragen von Schuhen die Aktivierung und das Training der Muskeln. Ein weiterer Risikofaktor ist Übergewicht. Die Ferse steht in Valgus-Stellung, der Talus hingegen in Normalstellung.

2.3 Kontrakter (entzündlicher) Plattfuß

Er wird oft durch Dauerbelastung bei stehenden Tätigkeiten verursacht. Knorpeldegeneration und arthrotische Reizzustände führen zu Verkürzung von Bändern. In späteren Stadien sind auch die Fußknochen verformt. Die Patienten leiden unter Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

2.4 Posttraumatischer Plattfuß

Der posttraumatische Plattfuß tritt z.B. nach Bruch des Fersenbeins auf.

Cave: im Kindesalter besteht ein Fettpolster in der Fußsohle, das den Eindruck eines Plattfußes erweckt, jedoch völlig physiologisch, also nicht krankhaft, ist.

3 Diagnostik

Im Röntgenbild ist bei einem angeborenen Plattfuß ein Talus verticalis zu sehen, was bedeutet, dass der Talus steilgestellt ist. Der Talus verticalis ist das wesentliche röntgenologische Zeichen eines angeborenen Plattfußes. Bei der körperlichen Untersuchung ist neben der Fehlstellung oft ein "doppelter Innenknöchel" auffällig.

4 Therapie

4.1 Angeborener Plattfuß

Zuerst kann ein Redressement versucht werden. Später ist eine Operation anzuraten, bei der das Fersenbein aufgerichtet wird. Für die Nachbehandlung werden Nachtschienen und Einlagen verwendet. Ist der Patient ausgewachsen, können weitere Eingriffe (z.B. Arthrodese) durchgeführt werden, wenn noch Fehlstellungen vorhanden sind.

4.2 Erworbener Plattfuß

Hierbei werden oft Einlagen, in schweren Fällen auch orthopädische Schuhe verschrieben. Daneben ist eine krankengymnastische Kräftigung der Unterschenkel- und Fußmuskulatur wichtig. Bei schweren Fehlstellungen ist unter Umständen eine Operation (z.B. Arthrodese) angezeigt.

Bei Kindern versucht man zunächst, ohne orthopädische Hilfsmittel auszukommen. Oft tritt eine Besserung durch häufiges Barfußlaufen, Krankengymnastik und passende Schuhe mit weichen Sohlen ein. Abzuraten ist jedoch von zu kleinen Schuhen und hohen Absätzen.

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