Pansinus-Operation
Synonym: Pansinusoperation
Englisch: pansinus surgery
Definition
Die Pansinus-Operation ist ein chirurgisches Verfahren zur gleichzeitigen Sanierung aller Nasennebenhöhlen (Sinus maxillaris, Sinus frontalis, Sinus sphenoidalis und Cellulae ethmoidales). Sie wird in der Regel endoskopisch im Sinne einer erweiterten funktionellen endoskopischen Nasennebenhöhlenoperation (FESS) durchgeführt.
Indikationen
Die Pansinus-Operation kommt insbesondere bei ausgedehnten oder therapierefraktären Erkrankungen der Nasennebenhöhlen zum Einsatz, z.B.:
- chronische Rhinosinusitis
- mit Nasenpolypen (CRSwNP)
- ohne Nasenpolypen (CRSsNP)
- Mukoviszidose mit ausgeprägter Sinusitis
- ausgedehnte Nasenpolyposis
- invasive oder komplizierte Pilzsinusitis
- Tumoren der Nasennebenhöhlen (diagnostisch/therapeutisch)
- Komplikationen einer Sinusitis (z.B. orbitale oder intrakranielle Ausbreitung)
Kontraindikationen
Mögliche Kontraindikationen sind u.a.:
- akute, nicht kontrollierte Infektionen mit erhöhtem Blutungsrisiko
- schwere Gerinnungsstörungen
- reduzierter Allgemeinzustand des Patienten
- mangelnde Compliance für postoperative Nachsorge
Technik
Präoperative Vorbereitung
Vor dem Eingriff erfolgt eine umfassende Diagnostik mit Endoskopie der Nase sowie hochauflösender Computertomographie der Nasennebenhöhlen zur Beurteilung der Anatomie und Operationsplanung. Eine präoperative medikamentöse Therapie (z.B. Kortikosteroide, Antibiotika) kann zur Schleimhautabschwellung beitragen.
Operatives Vorgehen
Die Operation erfolgt in Rückenlage und Allgemeinanästhesie. Bei Bedarf wird eine (halb-)sitzende Lagerung und/oder eine kontrollierter Hypotension angewendet, um die Blutungsgefahr zu reduzieren. Die Operation wird überwiegend endoskopisch durchgeführt:
- Zugang über die Nasenhaupthöhle unter Verwendung starrer Endoskope
- Eröffnung und Erweiterung der natürlichen Ostien aller Nasennebenhöhlen
- Entfernung entzündlich veränderter Schleimhaut und Polypen
- Sanierung der Cellulae ethmoidales (vordere und hintere Ethmoidektomie)
- Erweiterung der Zugänge zum Sinus maxillaris, frontalis und sphenoidalis, ggf. Navigation mittels bildgestützter Chirurgie (Neuronavigation)
Ziel ist die Wiederherstellung der physiologischen Belüftung und Drainage aller Nebenhöhlen unter maximaler Schonung gesunder Schleimhaut.
Postoperative Behandlung
Postoperativ sind regelmäßige endoskopische Kontrollen und Nasenspülungen (z.B. mit Kochsalzlösung) essenziell. Topische Kortikosteroide werden häufig zur Rezidivprophylaxe eingesetzt. Krusten und Sekrete werden im Rahmen der Nachsorge entfernt.
Komplikationen
Mögliche Komplikationen umfassen:
- Blutungen
- Orbitaverletzung (z.B. Hämatom, Sehstörungen)
- Liquorfistel bei Verletzung der Schädelbasis
- Infektion
- Synechienbildung
- Persistenz oder Rezidiv der Erkrankung