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Oesophagostomum

von griechisch: oesophagus - Speiseröhre, stoma - Mund
Synonym: Knötchenwürmer
Englisch: nodular worm

1 Definition

Als Oesophagostomum bezeichnet man eine Gattung der Nematoden (Rundwürmer), die charakteristische Knötchen in der Darmwand verursachen.

2 Erreger

Oesophagostumum-Arten sind mittelgroße, gelblich-weiße Strongyliden. Die Männchen sind zwischen 6 und 17 mm, die Weibchen 7 bis 24 mm groß. Die Mundkapsel ist kurz und breit und mit einer gerade nach vorn gerichteten Mundöffnung ausgestattet. Am Mundwall sind ein oder zwei Blätterkränze ausgebildet. Häufig ist eine Kopfblase mit ventraler oder allseitiger Zervikalfurche vorhanden. Die Männchen besitzen eine Bursa copulatrix, Spicula und ein Gubernaculum.

Oesophagostomum-Arten parasitieren bei Wiederkäuern, Schweinen, Affen und Menschen. Die Adulten sitzen - je nach Art - etwas unterschiedlich im Colon und im Caecum.

Die Eier sind dünnschalig, oval, mit Furchungszellen angefüllt und - je nach Art - zwischen 50 bis 80 x 26 bis 46 µm und 63 bis 100 x 40 bis 64 µm groß.

Folgende Tabelle listet die wichtigsten Arten auf:

Tierart Art
Schwein und Wildschwein Oesophagostomum dentatum
Oesophagostoumum quadrispinulatum
Haus- und Wildwiederkäuer Oesophagostoumum radiatum
Oesophagostomum venulosum

3 Entwicklung

Die externe Entwicklung der Oesophagostomum-Arten entspricht der bei Chabertia. Die Infektion erfolgt durch perorale Aufnahme infektiöser Drittlarven (L3, bescheidet). Im Anschluss entledigen sich die Drittlarven im vorderen Dünndarm der Scheide, um anschließend im hinteren Dünndarm (Oesophagostomum columbianum, Oesophagostomum radiatum, Oesophagostomum venulosum) oder Caecum und Colon (Oesophagostomum dentatum, Oesophagostomum quadrispinulatum) in die Darmwand bis zur Submukosa einzudringen.

Aufgrund einer intensiven Immunantwort werden die eingedrungenen Larven von Granulomen aus Abwehrzellen umgeben, weshalb etwa 1 bis 10 mm große Knötchen entstehen. In diesen Knötchen erfolgt die Häutung zum 4. Larvenstadium (L4). Im Anschluss an eine histotrope Phase von mind. 6 bis 14 Tagen wandern die Viertlarven in das Darmlumen zurück, wo die weitere Entwicklung zu präadulten und adulten Stadien stattfindet. Durch eine hypobiotischen Phase der L4 kann die histotrope Phase auf mehrere Monate verlängert sein.

Die adulten Würmer leben im Lumen des Dickdarmes - dicht an der Mukosa lokalisiert. Die Präpatenz ist bei den Arten unterschiedlich. Bei Oesophagostomum dentatum und Oesophagostomum quadrispinulatum beträgt sie 17 bis 19 Tage, bei Oesophagostomum venulosum und Oesophagostomum radiatum 24 bis 26 Tage. Bei Oesophagostomum columbianum dauert die Präpatenz 40 Tage. Die Lebensdauer der adulten Würmer liegt meist bei 2 bis 6 Monate.

4 Vorkommen

Oesophagostomum-Arten sind in europäischen Schweinebeständen weit verbreitet und häufig. Die Prävalenz ist stark altersabhängig und bei Sauen in der Regel deutlich höher (bis zu über 80 %) als bei Mastschweinen und Ferkeln (unter 10 % bis etwa 30 %).

Die externe Entwicklung erfordert eine Mindesttemperatur von 10 °C sowie ausreichend Feuchtigkeit. Aus diesem Grund kann es auf Weideflächen in der warmen Jahreszeit (zwischen Mitte Juli und September) zu einer erheblichen Kontamination mit infektiösen Larven kommen - wenn die Vegetation noch intakt ist. Im Gegensatz dazu nimmt mit zunehmender Zerstörung der Pflanzendecke durch die Wühltätigkeit der Schweine oder während trockener Sommerperioden und in der kalten Jahreszeit das Infektionsrisiko stark ab.

Sowohl Schweine als auch Hühner können durch Koprophagie Oesophagostomum-Eier aufnehmen und wieder ausscheiden. Ein Teil dieser Eier entwickelt sich anschließend zu infektiösen Drittlarven weiter, die für Schweine wiederum pathogen sind.

In Mitteleuropa sind Schafe und Ziegen vorwiegend mit Oesophagostomum venulosum befallen. Bei Rindern hingegen findet man am häufigsten Oesophagostomum radiatum.

5 Zoonose

Ein Oesophagostomum-Befall ist bei Menschen in Westafrika (Togo, Ghana) endemisch und fokal häufig (Prävalenzen von bis zu über 50 %). Am häufigsten findet man Oesophagostomum bifurcum. Eine Übertragung ist von Affe zu Mensch und auch von Mensch zu Mensch möglich.

6 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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