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Nematodirus

Englisch: nematodirus

1. Definition

Als Nematodirus bezeichnet man eine Nematoden-Gattung innerhalb der Familie der Trichostrongylidae.

2. Taxonomie

3. Erreger

Als Erreger der Trichostrongylidose der Wiederkäuer bildet Nematodirus mit anderen Gattungen dieser Parasitenfamilie die wichtigsten Nematoden bei Hauswiederkäuern. Sie besiedeln bevorzugt den Dünndarm und können zu erheblichen Leistungsminderungen (Rückgang der Milchleistung, usw.) sowie verschiedenen Erkrankungen führen.

Wichtige Vertreter sind Nematodirus fillicollis, Nematodirus helvetianus, Nematodirus battus und Nematodirus sphathiger, die mit kleinen Ausnahmen sowohl beim Rind als auch beim Schaf und bei der Ziege parasitieren.

4. Entwicklung

Die exogene Entwicklung von Trichostrongylidae-Arten beginnt mit der Ausscheidung von Eiern durch den Wirt. Die weitere Entwicklung gleicht jener den Strongyliden: es kommt zur Ausbildung einer frei lebenden infektiösen Drittlarve (L3), die durch einen neuen Wirt aufgenommen werden muss. Nematodirus-Arten nehmen hier eine Sonderstellung ein, da bei ihnen die Entwicklung bis zur Drittlarve im Ei stattfindet. Die aufgenommen Drittlarven (am Beispiel Nematodirus battus) wandern innerhalb von fünf Tagen p.i. in den Dünndarm, um sich dort über Häutungsprozesse zur Viertlarve (L4) weiter zu entwickeln. Binnen 12 Tagen haben nahezu alle Parasiten das Fünftstadium (L4) erreicht. Die Präpatenz beträgt 14 Tage.

5. Epidemiologie

Eine Infektion mit Nematodirus-Arten erfolgt durch die perorale Aufnahme infektiöser Drittlarven. Die Ansteckung findet hauptsächlich auf der Weide statt und ist daher stark saisonal geprägt. Als Hauptinfektionszeit gilt die zweite Hälfte der Weidesaison.

6. Klinik

Nematodirus-Arten führen zu Entzündungsreaktionen des Dünndarms (Enteritis), deren Ausprägung vom zeitlichen Ablauf der Infektion, von der Zahl der Parasiten und der Immunitätslage des Wirtes abhängt.

Die Parasiten können subakute bis chronische katarrhalische Entzündungen mit leicht geschwollener, fleckig oder diffus geröteter Schleimhaut verursachen. Charakteristisch für einen Nematodirusbefall sind kleine Blutungen sowie Gewebsdefekte in der Schleimhaut. Histologisch zeigen sich v.a. Zerstörungen des Oberflächenepithels an den Zottenspitzen, Verkürzungen der Zotten, Degeneration des Zottenstromas sowie zellige Infiltrationen, Hyperämie und Ödeme der Lamina propria mucosae bzw. Tela submucosa. Die Veränderungen haben pathophysiologische Störungen zur Folge, die im subklinischen Bereich bleiben oder sich klinisch manifestieren können.

7. Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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