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NSTEMI

Synonyme: Nicht-ST-Hebungs-Infarkt, Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt
Englisch: non-ST-segment elevation myocardial infarction

1 Definition

Ein Nicht-ST-Hebungsinfarkt, kurz NSTEMI, ist ein Myokardinfarkt, bei dem es im EKG nicht zu länger anhaltenden ST-Hebungen, also den typischen Infarktzeichen, kommt (siehe auch: STEMI, Akutes Koronarsyndrom).

Die Definition des NSTEMI resultiert aus der Möglichkeit, eine Ischämie des Myokards durch Messung des kardialen Troponins nachzuweisen.

2 EKG-Kriterien

EKG-Veränderungen, die für einen NSTEMI sprechen, sind:

  • neu aufgetretene, absinkende ST-Strecken-Senkung ≥ 0,05mV in 2 benachbarten Ableitungen
  • T-Wellen-Negativierung ≥ 0,1mV in 2 benachbarten Ableitungen
  • prominente R-Zacke bzw. ein R/S-Verhältnis > 1

Über die Hälfte aller Patienten mit akutem Koronarsyndrom haben entweder ein normales oder ein diagnostisch nicht anwendbares EKG (Schrittmacher-EKG, Schenkelblock). Auch finden sich ST-Streckensenkungen nur bei ca. 20% der Patienten und negative T-Wellen bei etwa 25%.[1]

3 Hintergrund

  • Fast immer handelt es sich beim NSTEMI um sehr kleine Infarktgeschehen, bei denen nur wenig Myokard zerstört wird.
  • Troponin I bzw. Troponin T ist zwar herzspezifisch, aber nicht infarktspezifisch. Eine Troponin-Erhöhung kann verschiedene Ursachen haben. Zur Definition des NSTEMI gehört daher eine Dynamik des Troponinwertes; er muss innerhalb von 3-4 Stunden um 50% steigen oder fallen.
  • Während der Troponinspiegel auch beim NSTEMI immer erhöht ist, liegen die übrigen Herzenzyme (z.B. CK, LDH, etc.) häufig im Normbereich.
  • Liegt ein NSTEMI vor, hat dies Konsequenzen für die Therapie: Bei dieser Form des Myokardinfarktes ist die Wirksamkeit einer Reperfusionstherapie (z.B. in Form einer Ballondilatation) wissenschaftlich nicht belegt. Daher sollte sofort nach Diagnosestellung mit einer antithrombotischen Behandlung begonnen werden. Als Wirkstoffe kommen hier Clopidogrel, Heparin und Acetylsalicylsäure zum Einsatz. 48 Stunden nach Beginn der Therapie sollte eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden.

4 Quellen

  1. Arastéh et al., Innere Medizin, Thieme, 2.Auflage

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