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Musculus levator ani (Veterinärmedizin)

Synonym: M. levator ani

1 Definition

Der Musculus levator ani ist ein Skelettmuskel der Gruppe der Becken-Schwanzmuskeln. Er ist bei allen Haussäugetieren ausgebildet.

2 Anatomie

Der Musculus levator ani liegt medial des Musculus coccygeus und lateral des Rektums. Beim Fleischfresser ist er zweigeteilt und besteht aus dem Musculus iliocaudalis und pubocaudalis.

2.1 Verlauf

2.1.1 Fleischfresser

Beim Fleischfresser erreicht der Musculus levator ani die Schwanzwirbelsäule, weshalb er zur Schwanzmuskulatur gezählt wird. Er liegt tiefer als der Musculus coccygeus und ist in Form einer breiten, dreieckigen Muskelplatte gut von der Umgebungsmuskulatur abgrenzbar.

2.1.1.1 Hund

Beim Hund liegt diese Muskelplatte medial an der Darmbeinsäule, an der Innenfläche des Schambeins sowie entlang der gesamten Beckensymphyse (Symphysis pubica) bis hin zum Arcus ischiadicus.

Die Muskelfasern ziehen zuerst nach lateral und biegen im Anschluss nach hinten-oben gegen die Schwanzwurzel ab. Dabei fassen sie die Teile des Geschlechtsapparates und des Rektums, die in das fettreiche Bindegewebe des Diaphragma pelvis eingeschlossenen sind, seitlich mit ein. Der Musculus obturatorius internus liegt teilweise dorsal auf. Im Anschluss lagert sich die Muskelplatte medial dem Hinterrand des Musculus coccygeus an und endet in einem schmaleren Abschnitt und einer kräftigen Sehne in der Schwanzfaszie und an den Haemalfortsätzen des 4. bis 7. Schwanzwirbels.

Der Nervus obturatorius tritt zwischen dem Musculus iliocaudalis und dem Musculus pubocaudalis hindurch. Der Musculus levator ani steht durch die Beckenfaszie und einige Muskelfasern mit dem Musculus sphincter ani externus in Verbindung.

2.1.1.2 Katze

Der Musculus levator ani entspringt bei der Katze als Musculus iliocaudalis unterhalb des Iliosakralgelenks an der Innenfläche des Darmbeins. Sein zweiter Abschnitt entspringt als Musculus pubocaudalis fächerförmig an der ganzen Beckensymphyse und am Schambein und findet sehnig ventral am 1. bis 3. Schwanzwirbel seinen Ansatz. Die Ansatzsehne des Musculus pubocaudalis steht durch einen dünnen und bogenförmig ausgebildeten Sehnenstrang mit der medialen Fläche des Musculus iliocaudalis in Verbindung.

2.1.2 Huftiere

Bei den Ungulaten entspringt der Musculus levator ani einheitlich an der Spina ischiadica und am Ligamentum sacrotuberale latum. Nachdem sich der Muskel mit den Fasern des äußeren Schließmuskels des Anus verflochten hat, endet er in diesem ohne deutliche Grenze.

2.2 Innervation

Der gesamte Muskel erhält seine motorischen Fasern von den Ventralästen der letzten Kreuznerven.

3 Funktion

Der Musculus levator ani wirkt als Synergist des Musculus coccygeus. Bei beidseitiger Kontraktion bewirkt er ein Niederziehen und Anpressen des Schwanzes gegen After und Geschlechtsteile (sog. Einklemmen der Rute beim Hund). Wird der Muskel einseitig kontrahiert, erfolgt ein Vorziehen des Schwanzes nach schräg-vorne.

Bei kräftiger beidseitiger Wirkung wird der Schwanz an der Schwanzwurzel scharf nach oben abgeknickt. Diese Bewegung kann v.a. beim Fleischfresser im Affekt oder bei Defäkation beobachtet werden. Der Muskel kann zudem indirekt zum Heber des Afters und Kompresser des Mastdarmes werden.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band I: Bewegungsapparat. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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