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Mund-Antrum-Verbindung

1 Definition

Eine Mund-Antrum-Verbindung, kurz MAV, ist eine nicht-physiologische Verbindung zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle, die iatrogen bei zahnärztlichen oder oralchirurgischen Eingriffen im Seitenzahnbereich des Oberkiefers entsteht.

2 Hintergrund

Ein erhöhtes Risiko zur Entstehung einer MAV besteht bei Eingriffen an den 1. und 2. Molaren des Oberkiefers, gefolgt von den Prämolaren, Eckzähnen und Weisheitszähnen. Es basiert auf der engen anatomischen Lagebeziehung der Zahnwurzeln zum Sinus maxillaris im Recessus alveolaris.

3 Diagnostik

Zur Diagnose einer MAV wird ein Nasenblasversuch durchgeführt. Da dieser eine Verbindung jedoch nur bestätigen kann, erfolgt zusätzlich die vorsichtige Sondierung mittels einer stumpfen Myrtenblattsonde. Unter den bildgebenden Verfahren hat sich die Anfertigung einer Nasennebenhöhlenaufnahme (NNH) etabliert. Bei Eingriffen am hinteren Oberkiefer sollte eine vorbereitende Diagnostik vorgenommen werden.

4 Therapie

Eine MAV sollte umgehend plastisch durch einen Mukoperiostlappen gedeckt werden, z.B. einen Trapezlappen nach Rehrmann. Alternativ kann das Corpus adiposum buccae, ein Rotationslappen, ein Wangen-Schleimhaut-Lappen, ein Transpositionslappen oder ein Brückenlappen zur Deckung herangezogen werden. Die Verschreibung von abschwellenden Nasentropfen wird empfohlen.

5 Komplikation

Bleibt die MAV unentdeckt, können Keime aus der Mundhöhle durch die MAV in die Kieferhöhle aszendieren und eine Sinusitis auslösen.

Diese Seite wurde zuletzt am 27. März 2021 um 10:07 Uhr bearbeitet.

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