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Leichenfäulnis

Englisch: decomposition of bodies

1 Definition

Bei der Leichenfäulnis handelt es sich um eine anaerobe Gewebezersetzung durch bakterielle Enzyme.

2 Spezifisches

Die Leichenfäulnis ist im Gegensatz zur Verwesung ein reduktiver Vorgang. Der Ausgangspunkt sind intravitale mikrobielle Besiedlungen, wobei der Darm eine große Rolle spielt, da sich hier ein Großteil der im Körper vorhandenen Bakterien befindet. Hier kommt es zunehmend zu einer Vermehrung von Fäulnisbakterien, so dass andere Spezies in ihrem Wachstum gehemmt und somit zurückgedrängt werden. Begeißelte Clostridien oder Proteusspezies können sich intravasal fortbewegen.

3 Fäulniszeichen

  • Geruch: Durch die anaeroben Zersetzungsprozesse kommt es primär zur typischen Geruchsentwicklung.
  • Grünfäule: Weiter entsteht eine sogenannte Grünfäule. Bakterien sulfatieren das im Körper vorliegende Hämoglobin und bauen es auf diese Weise ab, was als Grünverfärbung auf der Haut zu beobachten ist. Dies geschieht in der Regel zunächst am rechten Unterbauch, da die Bakterien hier als erstes austreten.
  • Gasblähung: Die anaeroben Vorgänge führen auch dazu, dass verschiedene Gase wie CO2, Ammoniak oder Schwefelwasserstoff gebildet werden. Dadurch erhöht sich der Druck auf den Thorax, was dazu führen kann, dass Blut oder Flüssigkeit aus Nase und Ohren herausgepresst werden können. Dies ist auch der Grund für die sogenannte Sarggeburt, bei der durch den erhöhten abdominellen Druck bei einer toten Schwangeren der tote Fetus ausgetoßen werden kann.

4 Liegezeitschätzung

Die Leichenfäulnis gibt dem Pathologen eine ungefähre Auskunft über die Liegezeit der Leiche. Da die katabolen Prozesse aber von Temperatur und Millieu abhängig sind, kann keine genaue Aussage über die Liegezeit gemacht werden. Hier nimmt man die Caspar-Regel zu Hilfe, die besagt, dass eine Leiche für dieselben Fäulnisvorgänge, die innerhalb von einer Woche an der Luft entstehen, zwei Wochen im Wasser oder acht Wochen im Erdgrab liegen müsste.

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