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Kopflymphknoten (Veterinärmedizin)

Synonym: Lymphgefäßsystem des Kopfes

1 Definition

Die Kopflymphknoten umfassen alle Lymphknoten des Kopfes bei den Haussäugetieren.

2 Anatomie

Am Kopf der Haussäugetiere unterscheidet man zwischen drei Lymphzentren:

2.1 Lymphocentrum parotideum

Das Lymphocentrum parotideum wird von den Lymphonodi parotidei (Ohrspeicheldrüsenlymphknoten) gebildet. Zu ihrem tributären Gebiet zählen im Groben die oberflächlichen Gebiete des Oberschädels mit Ausnahme der vorderen Nasenpartie.

2.2 Lymphocentrum mandibulare

Das Lymphocentrum mandibulare stellt die Summe der Lymphonodi mandibulares (Kehlgangslymphknoten) sowie bei Schwein und Katze noch zusätzlich den Lymphonodi mandibulares accessorii sowie beim Rind den Lymphonodus pterygoideus dar. Ihr tributäres Gebiet sind die oberflächlichen und tiefen Gebiete des Unterkiefers sowie die Mundhöhle und die vordere Nasenpartie.

2.3 Lymphocentrum retropharyngeum

Das Lymphocentrum retropharyngeum wird von den Lymphonodi retropharyngei laterales (seitliche Schlundkopflymphknoten) und den Lymphonodi retropharyngei mediales (mittlere Schlundkopflymphknoten) gebildet. Zu ihrem tributären Gebiet zählen die tiefgelegenen Teile des Kopfes, wie Nasengrund, Nasennebenhöhlen Schlundkopf und Kehlkopf. Außerdem funktionieren sie in den meisten Fällen als Sekundärstation der Durchflusslymphe der vorausgeschalteten Lymphzentren (Lc. parotideum et mandibulare).

2.4 Abfluss

Der Lymphabfluss des Kopfes zeigt große tierartliche Unterschiede. Deshalb wird der weitere Abfluss für jedes Tier gesondert betrachtet:

  • Hund und Katze: Sowohl die Lnn. parotidei, als auch die Lnn. mandibulares und der inkonstant vorkommende Ln. retropharyngeus lateralis leiten ihre Lymphe als Durchgangslymphe zum Ln. retropharyngeus medialis. Ab diesem Lymphknoten beginnt der Truncus jugularis.
  • Schwein: Beim Schwein existieren zwei Hauptabflüsse. Die Lnn. parotidei und die Lnn. retropharyngei laterales leiten ihre Lymphe zu den Lnn. retropharyngei mediales, sodass ab hier von einem Truncus jugularis gesprochen wird. Dieser Weg leitet den kleineren Anteil der Kopflymphe nach kaudal. Der deutlich größere Anteil fließt von den Lnn. mandibulares an die Lnn. mandibulares accessorii und von hier zu den Lnn. cervicales superficiales ventrales. Die kranialen tiefen Halslymphknoten erhalten zudem noch die Lymphe aus den Lnn. retropharyngei mediales. Diese Lymphknoten leiten ihre Lymphe im Anschluss, gleich den Lnn. retropharyngei laterales, direkt an die Lnn. cervicales superficiales dorsales weiter, die somit die Hauptmenge der Kopflymphe erhalten.
  • Rind: Beim großen Wiederkäuer fließt die Lymphe aus dem Ln. parotideus, dem Ln. mandibularis und dem Ln. retropharyngeus medialis direkt in die Lnn. retropharyngei laterales. Ab hier verläuft die Lymphe im Truncus jugularis weiter schwanzwärts.
  • kleiner Wiederkäuer: Der Lymphabfluss der kleinen Wiederkäuer gleicht jenem des Rindes. Bei der Ziege entsteht der Truncus jugularis jedoch aus zwei Wurzeln, die ihren Ursprung wiederum in den Vasa efferentia des Ln. retropharyngeus lateralis bzw. medialis besitzen.
  • Pferd: Die Lnn. parotidei und Lnn. retropharyngei laterales geben ihre Lymphe an die Lnn. retropharyngei mediales weiter. Die Durchflusslymphe fließt dann, gemeinsam mit der Lymphe der Lnn. mandibulares, in die Lnn. cervicales profundi craniales ab. Von hier aus beginnt der Truncus jugularis.

Aufgrund der unterschiedlichen Verhältnisse wird beim Fleischfresser, Wiederkäuer und Pferd die Kopflymphe alleine über den Truncus jugularis abgeführt, beim Schwein hingegen der größte Teil über die Lnn. cervicales superficiales dorsales.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band III: Kreislaufsystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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