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Gallenwegsdyskinesie

Synonym: Reizgallenblase, Gallengangdyskinesie, biliäre Dyskinesie
Englisch: biliary dyskinesis

1 Definition

Als Gallenwegsdyskinesie bezeichnet man eine funktionell bedingte Motilitätsstörung (Dyskinesie) der Gallenblase oder Gallengänge, ohne Vorliegen einer erkennbaren organischen Ursache (Cholelithiasis, Cholezystitis).

2 Ätiologie

Die Genese der Gallenwegsdyskinesie ist unbekannt. Eine Vergesellschaftung mit vorangegangenem kuriertem Gallenleiden ist möglich (Postcholezystektomiesyndrom), jedoch nicht erforderlich (somatoforme Störung).

3 Pathophysiologie

Der Pathomechanismus der Gallenwegsdyskinesie basiert auf einer muskulären Störung der Gallenblase, des Gallengangsystems oder des Musculus sphincter oddi, die mit einer verminderten Abgabe des Galle-Sekrets ins Duodenum einhergeht. Letztere wird isoliert auch als Sphincter-oddi-Dysfunktion bezeichnet.

4 Klinik

Symptomatisch äußert sich die Funktionsstörung inGallenkolik|kolikartigen Schmerzen des rechten Oberbauches, die spontan oder nach Verzehr fettiger Speisen auftreten können.

Bei Sphincter-oddi-Dysfunktion können cholestasebedingte Beschwerden hinzutreten:

5 Diagnostik

Die Diagnostik der Gallenwegsdyskinesie beruht auf dem differentialdiagnostischen Ausschluss anderer Gallenwegserkrankungen mit gleicher Symptomatik:

Sie umfasst:

Zum gesicherten Nachweis einer Dysfunktion kann die Entleerungsstörung mittels

Zudem besteht die Möglichkeit der Sphincter-oddi-Funktionsdiagnostik mittels manometrischer Messung.

6 Therapie

6.1 konservative Therapie

Eine Symptomlinderung kann durch spasmolytische Therapie (siehe Gallenkolik) und lokale Wärme (feucht warme Wickeln) erzielt werden.

6.2 operative Therapie

Bei Vorliegen einer Sphincter-oddi-Dysfunktion kann eine Papillotomie eine Besserung der Symptomatik erzielen. Zu berücksichtigen ist hierbei jedoch das erhöhte Risiko refluxbedingter Entzündungskomplikationen (insb. Pankreatitis).

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